Teilprojekt eines Verbundes

Standort Dresden

Förderkennzeichen: 01KD2510A
Fördersumme: 337.800 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Mechthild Krause
Adresse: Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, OncoRay - Nationales Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie
Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Hirntumore gehören zu den häufigsten Gründen für eine Strahlentherapie bei Erwachsenen und Kindern. Hohe Strahlendosen sind oft notwendig, um Tumore zu behandeln, wobei die Schonung gesunden Gewebes durch die Lage und Größe der bestrahlten Bereiche erschwert wird. Langfristige Schädigungen gesunder Gehirnareale stellen daher ein relevantes Problem für Überlebende dar. In Nachsorge-MRT-Bildern zeigen sich Monate bis Jahre später Veränderungen, die in bis zu 20 % der Fälle lebensqualitätsmindernd oder behandlungsbedürftig sind. Der Zusammenhang solcher Bildveränderungen mit Lebensqualität und Gehirnfunktion ist unklar. Neben bekannten physikalischen Faktoren der Strahlentherapie ist wenig über die molekularen Mechanismen dieser Veränderungen bekannt, was therapeutische Ansätze zur Vermeidung erschwert. Ein Netzwerk aus Experten wird aufgebaut, um die Zusammenhänge systematisch zu untersuchen. Eine gemeinsame klinische, translationale und präklinische Datenbank soll geschaffen werden, um vorhandene Datensätze von Erwachsenen und Kindern auszuwerten. Mithilfe von Mausmodellen werden biologische Mechanismen und molekulare Ursachen von Späteffekten untersucht. Ziel ist die Identifikation von Medikamenten, die bereits in anderen medizinischen Bereichen zugelassen sind, um diese auf ihre Wirksamkeit zur Vermeidung von Hirnschäden zu testen. Die Ergebnisse sollen bestehende Vorhersagemodelle verbessern und eine Grundlage für künftige klinische Studien bilden. Die Datenbank wird zudem weitere Forschungsprojekte zu chronischen Strahlentherapie-Nebenwirkungen ermöglichen. Ein Überlebender und die Mutter eines betroffenen Kindes sind ins Projekt eingebunden, um Ergebnisse aus Patientensicht zu diskutieren und die Kommunikation an Laien zu unterstützen. Eine Patientenfortbildung wird zusammen mit dem NCT geplant. In Dresden werden die Gesamtkoordination des Verbundes und anteilig Arbeitspakete der klinischen Forschung wie beispielsweise der Protonentherapie übernommen.