| Förderkennzeichen: | 01GP2505B |
| Fördersumme: | 362.327 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Bert Heinrichs |
| Adresse: |
Forschungszentrum Jülich GmbH, Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Gehirn und Verhalten (INM-7) Wilhelm-Johnen-Str. 52428 Jülich |
Das Projekt NAWiStem3D widmet sich der ethischen, epistemischen und gesellschaftlichen Bewertung von neuronalen Organoiden – also dreidimensionalen, aus menschlichen Stammzellen erzeugten Modellen des Gehirns. Diese neuartigen Modelle eröffnen vielversprechende Perspektiven für die biomedizinische Forschung, insbesondere für die Erforschung von Entwicklungsprozessen und Krankheiten wie Alzheimer oder Autismus. Gleichzeitig werfen sie jedoch komplexe ethische Fragen auf, etwa hinsichtlich ihres moralischen Status, des Umgangs mit personenbezogenen Daten und möglicher Risiken für Spenderinnen und Spender. Das interdisziplinäre Konsortium – bestehend aus Expertinnen und Experten der Medizinethik, Philosophie, Neurowissenschaft und Rechtswissenschaft – untersucht, wie sich unterschiedliche Typen und Herstellungsweisen neuronaler Organoide klassifizieren lassen (Arbeitspaket AP1), wie Nutzen und Risiken dieser Technologie ausgewogen bewertet werden können (AP2) und wie daraus ein verantwortungsvoller Umgang in Form eines Code of Conduct abgeleitet werden kann (AP3). In diesem Teilprojekt wird das AP2 bearbeitet. Neben einer fundierten Analyse bestehender wissenschaftlicher und normativer Standards wird auch die Perspektive der Öffentlichkeit einbezogen. Ziel des Projekts ist es, zu einem realistischen und verantwortungsvollen Umgang mit neuronalen Organoiden beizutragen und wissenschaftlich wie gesellschaftlich tragfähige Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Die Ergebnisse werden in Fachzeitschriften veröffentlicht, auf Konferenzen präsentiert und über digitale Kanäle sowie öffentliche Veranstaltungen breit kommuniziert.