| Förderkennzeichen: | 01KD2511B |
| Fördersumme: | 1.009.367 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Stefan Fröhling |
| Adresse: |
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) Im Neuenheimer Feld 280 69120 Heidelberg |
Bis zu 50% aller Krebspatientinnen und -patienten erhalten im Therapieverlauf eine Strahlentherapie. Strahleninduzierte Sarkome (radiation-induced sarcomas, RIS) sind eine seltene, schwerwiegende und schwer behandelbare Spätfolge. Das interdisziplinäre TTRIS-CSI-Konsortium vereint Expertisen aus Humangenetik, Präzisionsonkologie, Pathologie, Radioonkologie, Epidemiologie, Psychoonkologie und Sarkombehandlung unter aktiver Beteiligung von Patientenvertretungen. Ziel ist es, die Ursachen von RIS systematisch zu erforschen und ein multifaktorielles Vorhersagemodell zu entwickeln, das Gewebeeigenschaften, Merkmale der Erstbehandlung und das familiäre Krebsrisiko integriert. Analysen der deutschen Krebsregister sichern die Repräsentativität, Befragungen zu Bedürfnissen und Belastungen der Betroffenen stärken Aufklärung und partizipative Entscheidungsfindung. Mittelfristig sollen die Ergebnisse in eine akademische klinische Studie, etwa im Rahmen des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen ("One NCT"), münden. Tumor- und Blutproben von Patientinnen und Patienten mit strahleninduzierten Sarkomen werden im DKFZ/NCT/DKTK MASTER-Programm mittels Genom-/Exom-, RNA- und DNA-Methylierungsanalysen untersucht. Die Daten zeigen ererbte und erworbene genetische Veränderungen und Unterschiede zu anderen Krebsarten. Ergebnisse werden im Tumorboard diskutiert und können Therapien, Beratung oder Vorsorge ermöglichen. Es werden psycho-soziale Faktoren beleuchtet, die die psychische Belastung und Lebensqualität im Zuge der Kommunikation von Risikofaktoren für die Entstehung von RISs bei Krebsüberlebenden im Rahmen des partizipativen Entscheidungsprozesses beeinflussen. Hierzu werden Krebsüberlebende ohne RIS und RIS-Patienten in einer Längsschnittstudie mit Fragebögen untersucht. Die Ergebnisse können zur Entwicklung von Leitlinien zur partizipativen Entscheidungsfindung beitragen, um zusätzliche psychische Belastungen bei Patientinnen und Patienten zu reduzieren.