| Förderkennzeichen: | 01GK2502G |
| Fördersumme: | 276.629 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2031 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Markus Bleckwenn |
| Adresse: |
Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Selbständige Abteilung für Allgemeinmedizin Philipp-Rosenthal-Str. 55 04103 Leipzig |
Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, die oft unbemerkt bleibt, aber das Schlaganfallrisiko erheblich erhöht. Wird es erkannt, können gerinnungshemmende Medikamente zwei von drei Schlaganfällen verhindern. Es wird untersucht, ob durch regelmäßige 7-Tage-Langzeit-EKGs Vorhofflimmern häufiger erkannt wird, als bei üblicher hausärztlicher Versorgung, und ob Blutwerte Personen mit hohem Risiko identifizieren können. In etwa 72 Hausarztpraxen nehmen 1.000 Menschen ab 70 Jahren mit Bluthochdruck teil. Zu Beginn erhalten alle ein 24-Stunden-EKG, eine Blutentnahme und Fragebögen zu Gesundheit und Lebensqualität. Danach werden sie per Zufall in zwei Gruppen eingeteilt: Die Kontrollgruppe wird wie gewohnt hausärztlich betreut. Die Interventionsgruppe erhält über drei Jahre fünf 7-Tage-Langzeit-EKGs. Bei Vorhofflimmern entscheiden Hausarzt und Patient über die Behandlung. Alle Teilnehmenden werden noch viermal telefonisch u. a. zu Vorhofflimmern, Schlaganfall und Medikamenten befragt. Die Blutproben werden auf Biomarker untersucht, die auf erhöhtes Vorhofflimmern-Risiko hinweisen könnten. Das Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen koordiniert die Studie, die dortige Biobank verarbeitet die Blutproben, das Zentrallabor führt Biomarker-Analysen durch. Das Institut für Medizinische Statistik in Göttingen verantwortet Auswertung und Randomisierung. Die Partner des FoPraNet Nord in Greifswald, Hamburg, Hannover, Oldenburg und Rostock gewinnen und schulen jeweils zwölf Praxen, die jede etwa 14 Patienten einschließen und nachbeobachten. Am Universitätsklinikum Leipzig sorgt eine enge Kooperation der Allgemeinmedizin mit der Kardiologie für Auswertung aller EKGs und die Benachrichtigung der Hausarztpraxen bei Auffälligkeiten. Teilnehmenden bringt die Studie eine möglicherweise frühere Vorhofflimmern-Erkennung, der Medizin eine Grundlage zur gezielten Früherkennung anhand von Risikomarkern und zur Planung einer Studie zur Schlaganfallprävention.