Hausärztinnen und Hausärzte erbringen einen Großteil der gesundheitlichen Versorgung von Patientinnen und Patienten. Kompetente Vorsorge, Therapie und Nachsorge fußen auf Erkenntnissen aus der allgemeinmedizinischen Forschung. Diese wird meist in akademischen Einrichtungen durchgeführt, die über entsprechendes Forschungswissen und -infrastruktur verfügen. Im Gegensatz dazu haben hausärztliche Praxen einen guten Zugang zur Allgemeinbevölkerung mit verschiedensten Krankheitsbildern, oft jedoch nicht zur Forschung.
Mit der Initiative DESAM-ForNet wurde 2020 – 2025 eine deutschlandweite Netzwerkstruktur allgemeinmedizinischer Universitätsstandorte mit hausärztlichen Forschungspraxennetzen aufgebaut. Es wurden eine Governance-Struktur etabliert und netzübergreifend nutzbare Standards in den drei Kernbereichen IT-Infrastruktur, Qualifizierung und Partizipation entwickelt. Dadurch wurden die Voraussetzungen für die Durchführung eines möglichst breiten Spektrums von Studien in der Allgemeinmedizin geschaffen. Hierauf aufbauend soll mit der Fördermaßnahme „Klinische Forschung im Rahmen von Forschungspraxen-Netzwerken in der Allgemeinmedizin“ die Durchführung von klinischen Studien gefördert werden. Damit soll den allgemeinmedizinischen Universitätsstandorten in Deutschland ermöglicht werden, relevante Fragestellungen aus dem hausärztlichen Versorgungsalltag standortübergreifend zu erforschen.
Das CARE-Projekt zielt darauf ab, die hausärztliche Versorgung von Menschen mit nicht‑nierenersatztherapiepflichtiger chronischer Nierenkrankheit (CKD) zu verbessern. Hierzu wird eine multizentrische cluster-randomisierte Interventionsstudie durchgeführt, die die Wirksamkeit eines individualisierten risiko-adaptierten Feedbacks an behandelnde Hausärztinnen und Hausärzte sowie die Implementierung der S3-Leitlinie „Versorgung von Patientinnen und Patienten mit nicht-nierenersatztherapiepflichtiger chronischer Nierenkrankheit“ untersucht.