Verbund

SWAMBIT - Gemeinsamer Arbeitsbereich und Speicher für vom Gehirn inspirierte Transformer

Die Integration von Neurowissenschaften und Künstlicher Intelligenz (KI) bietet große Potentiale für Synergien und Innovationen. Die Prinzipien der Informationsverarbeitung des Gehirns und die biologischen Grundlagen kognitiver Prozesse, wie z. B. Lernen, Gedächtnis, Sprache oder Kreativität, können eine reichhaltige Inspirationsquelle für die Entwicklung innovativer und ressourceneffizienter KI-Systeme liefern. Gleichzeitig eröffnen die Methoden und Modelle der KI neue Möglichkeiten für die Erforschung der Funktionsprinzipien des Gehirns und das Verständnis kognitiver Fähigkeiten.

Das interdisziplinäre Verbundprojekt SWAMBIT zielt darauf ab, eine neue KI-Architektur zu entwickeln, die vom Gehirn inspiriert ist und deutlich weniger Rechenleistung benötigt als heutige große Modelle wie ChatGPT. Die Architektur besteht aus vielen kleinen, spezialisierten Modulen, die flexibel zusammenarbeiten. Sie umfasst einen gemeinsamen Arbeitsbereich (vergleichbar mit dem Thalamus im Gehirn) und eine Gedächtnisbank (ähnlich dem Hippocampus). Das Projekt plant die entwickelte KI-Architektur an einem Anwendungsfall in der neurologischen Medizin zu testen.

Der Nutzen der KI-Entwicklungen liegt insbesondere in Bereichen, in denen Skalierbarkeit, Datenschutz und Energieeffizienz wichtig sind. Die kleinen, spezialisierten Module sind unabhängig von großen Cloud-Anbietern und eignen sich auch für den Schutz sensibler Daten, z. B. im Gesundheitsbereich.

Teilprojekte

Transformermodelle und medizinische Anwendung

Förderkennzeichen: 01GQ2505A
Gesamte Fördersumme: 516.187 EUR
Förderzeitraum: 2025 - 2028
Projektleitung: Prof. Dr. Felix Gers
Adresse: Berliner Hochschule für Technik (BHT), Fachbereich VI, Informatik und Medien, Labor für Digitaltechnik
Luxemburger Str. 10
13353 Berlin

Transformermodelle und medizinische Anwendung

Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer neuartigen, vom Gehirn inspirierten KI-Architektur, die mit deutlich weniger Rechenaufwand auskommt als heutige große Sprachmodelle wie ChatGPT. Diese Architektur besteht aus vielen kleinen, spezialisierten Modulen (kortikalen Makrosäulen), die flexibel miteinander zusammenarbeiten. Außerdem umfasst sie einen gemeinsamen globalen Arbeitsbereich (Thalamus) und eine Gedächtnisbank (Hippocampus). Dabei liegt der Fokus auf Spärlichkeit, Modularität und globaler Steuerung. Insgesamt wird die KI dadurch skalierbarer, transparenter und besser an neue Aufgaben anpassbar. Die modulare Architektur ist deutlich energieeffizienter als monolithische Ansätze. Sie bietet nicht nur den größten Akteuren, sondern auch kleineren Unternehmen Geschäftsmöglichkeiten. Die vielseitigen Agenten lassen sich durch die Kombination verschiedener Modalitäten für eine Vielzahl von Aufgaben einsetzen. Das Projekt untersucht das Gedächtnis, Bewusstsein und die kognitive Effizienz des Gehirns, indem es, inspiriert von diesen, seine modulare KI Architektur (mit kortikalen Säulen, Thalamus und Hippocampus) implementiert und untersucht. Insbesondere erforscht das Projekt den Aufbau und das Training von spezialisierten, kleinen Transformern, die einzeln und im Verbund Aufgaben lösen. Wesentlich dabei sind die Implementierung eines gemeinsamen globalen Arbeitsbereichs als zentrales Steuerungselement und die Untersuchung der Effekte von Spärlichkeit (gezielte Aktivierung einzelner Module) auf Energieverbrauch und Leistung. Die Gedächtnisbank, die den Hippocampus simuliert, reichert das System mit gespeichertem Wissen (Erinnerungen) an. Diese Struktur ermöglicht Skalierbarkeit, Effizienz und multimodale Verarbeitung und eignet sich daher für Anwendungen in Bereichen wie der medizinischen Entscheidungsunterstützung. Der Fokus des BHT im Projekt liegt auf der Entwicklung/Evaluierung kleiner Transformermodelle sowie der Implementierung eines medizinischen Agenten.

Artifizielle kortikale Neurone

Förderkennzeichen: 01GQ2505B
Gesamte Fördersumme: 265.719 EUR
Förderzeitraum: 2025 - 2028
Projektleitung: Prof. Dr. Matthew Larkum
Adresse: Humboldt-Universität zu Berlin, Lebenswissenschaftliche Fakultät, Institut für Biologie
Invalidenstr. 42, Hauptgebäude, Raum 1328
10115 Berlin

Artifizielle kortikale Neurone

Ziel des SWAMBIT Teilvorhabens an der HU Berlin ist die Entwicklung eines vom Gehirn inspirierten Formalismus für künstliche Neuronen, des "Artificial Cortical Neuron" (ACN). Das ACN bildet wesentliche nichtlineare Eigenschaften kortikaler Pyramidenzellen ab und kann in künstlichen neuronalen Netzen austauschbar mit dem in Forschung und Industrie verbreiteten Perzeptron-Formalismus eingesetzt werden. In seinem einfachen Modus verhält es sich wie ein Standard-Perzeptron, bleibt also rückwärtskompatibel. Zugleich erlaubt der Formalismus die Abbildung zentraler kortikaler Mechanismen wie apikal-basaler Kopplung und kontextsensitive Modulation, die als Grundlage einiger Fähigkeiten neokortikaler Gehirne gelten. Die Arbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Berliner Hochschule für Technik.