Die Integration von Neurowissenschaften und Künstlicher Intelligenz (KI) bietet große Potentiale für Synergien und Innovationen. Die Prinzipien der Informationsverarbeitung des Gehirns und die biologischen Grundlagen kognitiver Prozesse, wie z. B. Lernen, Gedächtnis, Sprache oder Kreativität, können eine reichhaltige Inspirationsquelle für die Entwicklung innovativer und ressourceneffizienter KI-Systeme liefern. Gleichzeitig eröffnen die Methoden und Modelle der KI neue Möglichkeiten für die Erforschung der Funktionsprinzipien des Gehirns und das Verständnis kognitiver Fähigkeiten.
Das interdisziplinäre Verbundprojekt SWAMBIT zielt darauf ab, eine neue KI-Architektur zu entwickeln, die vom Gehirn inspiriert ist und deutlich weniger Rechenleistung benötigt als heutige große Modelle wie ChatGPT. Die Architektur besteht aus vielen kleinen, spezialisierten Modulen, die flexibel zusammenarbeiten. Sie umfasst einen gemeinsamen Arbeitsbereich (vergleichbar mit dem Thalamus im Gehirn) und eine Gedächtnisbank (ähnlich dem Hippocampus). Das Projekt plant die entwickelte KI-Architektur an einem Anwendungsfall in der neurologischen Medizin zu testen.
Der Nutzen der KI-Entwicklungen liegt insbesondere in Bereichen, in denen Skalierbarkeit, Datenschutz und Energieeffizienz wichtig sind. Die kleinen, spezialisierten Module sind unabhängig von großen Cloud-Anbietern und eignen sich auch für den Schutz sensibler Daten, z. B. im Gesundheitsbereich.