| Veröffentlichung der Bekanntmachung: | 2024 |
| Förderzeitraum: | 2025 - 2028 |
| Gesamte Fördersumme: | bis zu 10,6 Mio. Euro |
| Anzahl der Projekte: | 11 Pilotprojekte (4 Einzelvorhaben und 7 Verbünde) |
1. Ziele des Förderschwerpunktes
Die Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) ist rasant. Der bemerkenswerte Anstieg der Leistungsfähigkeit von KI-Systemen bietet große Chancen für die Forschung und den medizinischen Fortschritt. KI-Systeme auf Basis künstlicher neuronaler Netze haben in jüngster Zeit z.B. im Bereich der Bilderkennung, Diagnostik oder personalisierten Therapiekonzepte beeindruckende Erfolge erzielt.
Gleichwohl sind KI-Systeme noch weit von den Fähigkeiten des menschlichen Gehirns entfernt und für viele Einsatzbereiche nicht flexibel und robust genug. Derzeitige KI-Leistungsfortschritte beruhen vor allem auf einem Training mit großen Datensätzen und sind mit einem hohen und steigenden Bedarf an Rechenleistung und Ressourcen verbunden. Um den wissenschaftlichen Fortschritt durch KI weiter und nachhaltig voranzutreiben, ist die Erforschung innovativer, vor allem auch daten- und energieeffizienter Ansätze erforderlich.
Die Schnittstelle zwischen Neurowissenschaften und KI bietet hier ein besonderes Synergiepotential. Die Prinzipien der Informationsverarbeitung des Gehirns, biologische Grundlagen des Lernens oder kognitiver Prozesse können eine reichhaltige Inspirationsquelle für neuartige Algorithmen und Architekturen liefern, um Ansätze der KI und des maschinellen Lernens weiterzuentwickeln. Im Vergleich zu aktuellen KI-Systemen ist das Gehirn bemerkenswert leistungsfähig und effizient. Es kann riesige Mengen unstrukturierter Informationen verarbeiten, ist in der Lage, adaptiv zu lernen und kontextbezogene Informationen zu integrieren, und verbraucht dabei nur ein Minimum an Energie.
Mit der Fördermaßnahme will das BMFTR komplementäre Expertisen aus den Neurowissenschaften und der KI zusammenführen und eine enge Kooperation und gegenseitige Inspiration der Disziplinen ermöglichen. An konkreten Beispielen soll dargestellt werden, wie die Neurowissenschaften neue Erkenntnisse und Strategien für die Weiterentwicklung von KI bereitstellen können. Zugleich soll das Leistungsvermögen der KI für die Erforschung der Funktionsprinzipien des Gehirns veranschaulicht werden. Ziel der Förderung ist es, in Pilotprojekten das Potential an der Schnittstelle von Neurowissenschaften und KI für zukunftsweisende Erkenntnisse und Innovationen auszuloten.
2. Stand der Fördermaßnahme
Ab Dezember 2025 werden elf „Neuro-KI“ Pilotprojekte mit Partnern aus den Neurowissenschaften und der KI sowie Maßnahmen zur interdisziplinären Zusammenarbeit und übergreifende Vernetzung der Projekte gefördert.