Die Integration von Neurowissenschaften und Künstlicher Intelligenz (KI) bietet große Potentiale für Synergien und Innovationen. Die Prinzipien der Informationsverarbeitung des Gehirns und die biologischen Grundlagen kognitiver Prozesse, wie z. B. Lernen, Gedächtnis, Sprache oder Kreativität, können eine reichhaltige Inspirationsquelle für die Entwicklung innovativer und ressourceneffizienter KI-Systeme liefern. Gleichzeitig eröffnen die Methoden und Modelle der KI neue Möglichkeiten für die Erforschung der Funktionsprinzipien des Gehirns und das Verständnis kognitiver Fähigkeiten.
Ziel des interdisziplinären Verbundprojektes GROWUPAI ist es, die Leistungsfähigkeit visueller KI zu verbessern, indem es diese stärker auf den Entwicklungspfad des menschlichen Gehirns abstimmt. Hierzu nutzt das Projekt neurowissenschaftliche Daten über die visuelle Entwicklung des Menschen vom Säuglings- bis zum Erwachsenenalter. Mit diesen Daten sollen KI-Systeme so trainiert werden, dass sie effizienter lernen, genauer arbeiten und robuster gegenüber Störungen sind. Gleichzeitig will das Projekt neue Erkenntnisse über die visuelle Entwicklung des Menschen liefern, indem die entwickelten KI-Modelle mit menschlichen Gehirndaten verglichen werden.
Die Ergebnisse können sowohl einen Beitrag leisten für künftige Leistungsverbesserungen in der KI-Bildverarbeitung als auch unser Verständnis der Grundlagen für die hervorragende Sehleistung des Menschen erweitern.