Verbund

SMILES - Sparsame Modelle in der Künstlichen Intelligenz zur Identifizierung von Lernprinzipien effizienter Strukturen

Die Integration von Neurowissenschaften und Künstlicher Intelligenz (KI) bietet große Potentiale für Synergien und Innovationen. Die Prinzipien der Informationsverarbeitung des Gehirns und die biologischen Grundlagen kognitiver Prozesse, wie z. B. Lernen, Gedächtnis, Sprache oder Kreativität, können eine reichhaltige Inspirationsquelle für die Entwicklung innovativer und ressourceneffizienter KI-Systeme liefern. Gleichzeitig eröffnen die Methoden und Modelle der KI neue Möglichkeiten für die Erforschung der Funktionsprinzipien des Gehirns und das Verständnis kognitiver Fähigkeiten.

Das Verbundprojekt SMILES vereint Expertisen der Neurowissenschaften und des Maschinellen Lernens, um eine neurobiologisch inspirierte, ressourceneffiziente Computer-Lern-Architektur zu entwickeln. Das Projekt orientiert sich hierzu an den derzeit bekannten neurophysiologischen Zusammenhängen der Region CA1 des Hippocampus im menschlichen Gehirn. Es versucht vor diesem Hintergrund bisher unbekannte Mechanismen zu identifizieren, die es dem Gehirn ermöglichen, ein hohes Maß an Daten- und Energieeffizienz zu erreichen, um mit wenigen vorhandenen Informationen dennoch komplexe Lernaufgaben lösen zu können. Dazu werden optische Bildgebungsdaten des Hippocampus verwendet, um die Struktur der Verbindungen und die funktionsabhängig neu entstehenden Verdrahtungen der Neuronen im Gehirn zu untersuchen. So können innovative Ansätze einer leistungsfähigen Computer-Lern-Architektur entwickelt werden.

Mögliche zukünftige Anwendungsfelder für die Projektentwicklungen sind Computersysteme, die von der Anwendung oder der Einbettung hocheffizienter Verfahren des dynamischen Lernens im Sinne der Künstlichen Intelligenz profitieren können.

Teilprojekte

Entwicklung von KI-Architektur

Förderkennzeichen: 01GQ2504A
Gesamte Fördersumme: 399.195 EUR
Förderzeitraum: 2025 - 2028
Projektleitung: Prof. Dr. David Kappel
Adresse: Universität Bielefeld, CITEC - Center of Excellence in Cognitive Interaction Technology
Universitätsstr. 21-23
33615 Bielefeld

Entwicklung von KI-Architektur

Künstliche Intelligenz (KI) hat enorme Fortschritte gemacht und sich innerhalb weniger Jahre von einfachen Anwendungen zu komplexen Systemen entwickelt, die einige der herausforderndsten Aufgaben der menschlichen Intelligenz bewältigen. Der Erfolg der KI hängt von der Verfügbarkeit von Ressourcen ab, d. h. von großen Clustern spezialisierter Computerhardware, enormen Energiemengen und gigantischen Datensätzen für das Training. Dieser Hunger nach Ressourcen hat dazu geführt, dass KI-Technologie nur einer kleinen Gruppe globaler Akteure zur Verfügung steht und nicht mit einer nachhaltigen Wirtschaft vereinbar ist. Biologische Gehirne, deren Funktionen KI nachahmen soll, sind hingegen äußerst energieeffizient. Das menschliche Gehirn beispielsweise verbraucht nur etwa 20 Watt, also um ein Vielfaches weniger als die GPU-Hardware, auf der KI-Systeme laufen. Darüber hinaus sind biologische Gehirne äußerst dateneffizient. Oft reicht ein einziges Beispiel aus, um komplexe neue Konzepte zu erlernen und auf bisher unbekannte Fälle zu verallgemeinern, das sogenannte Few-Shot-Learning. Fortschritte in den Neurowissenschaften decken die Mechanismen auf, die diese hohe Effizienz ermöglichen, und experimentelle Belege zeigen, dass die CA1-Region des Hippocampus entscheidend an den Few-Shot-Lernfähigkeiten des Gehirns beteiligt ist. Das Ziel von SMILES (Sparse Models to Identify Learning-principles of Efficient Structures) ist es, die Mechanismen zu identifizieren, die es dem CA1 ermöglichen, ein hohes Maß an Daten- und Energieeffizienz zu erreichen, um Few-Shot-Lernaufgaben zu lösen. Dazu werden optische Bildgebungsdaten von inhibitorischen und exzitatorischen Neuronen des Hippocampus verwendet und deren Struktur der Verbindungen und funktionsabhängigen Umverdrahtung untersucht. Es werden induktive Biases identifiziert, die effiziente Few-Shot-Lernmechanismen ermöglichen, indem vereinfachte Schaltkreismodelle erstellt werden, die mit modernsten KI-Algorithmen getestet werden.

Experimentelle Untersuchung im Hippocampus

Förderkennzeichen: 01GQ2504B
Gesamte Fördersumme: 338.812 EUR
Förderzeitraum: 2025 - 2028
Projektleitung: Dr. Alessio Attardo
Adresse: Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN)
Brenneckestr. 6
39120 Magdeburg

Experimentelle Untersuchung im Hippocampus

Künstliche Intelligenz (KI) hat enorme Fortschritte gemacht und sich innerhalb weniger Jahre von einfachen Anwendungen zu komplexen Systemen entwickelt, die einige der herausforderndsten Aufgaben der menschlichen Intelligenz bewältigen. Der Erfolg der KI hängt von der Verfügbarkeit von Ressourcen ab, d. h. von großen Clustern spezialisierter Computerhardware, enormen Energiemengen und gigantischen Datensätzen für das Training. Dieser Hunger nach Ressourcen hat dazu geführt, dass KI-Technologie nur einer kleinen Gruppe globaler Akteure zur Verfügung steht und nicht mit einer nachhaltigen Wirtschaft vereinbar ist. Biologische Gehirne, deren Funktionen KI nachahmen soll, sind hingegen äußerst energieeffizient. Das menschliche Gehirn beispielsweise verbraucht nur etwa 20 Watt, also um ein Vielfaches weniger als die GPU-Hardware, auf der KI-Systeme laufen. Darüber hinaus sind biologische Gehirne äußerst dateneffizient. Oft reicht ein einziges Beispiel aus, um komplexe neue Konzepte zu erlernen und auf bisher unbekannte Fälle zu verallgemeinern, das sogenannte Few-Shot-Learning. Fortschritte in den Neurowissenschaften decken die Mechanismen auf, die diese hohe Effizienz ermöglichen, und experimentelle Belege zeigen, dass die CA1-Region des Hippocampus entscheidend an den Few-Shot-Lernfähigkeiten des Gehirns beteiligt ist. Das Ziel von SMILES (Sparse Models to Identify Learning-principles of Efficient Structures) ist es, die Mechanismen zu identifizieren, die es dem CA1 ermöglichen, ein hohes Maß an Daten- und Energieeffizienz zu erreichen, um Few-Shot-Lernaufgaben zu lösen. Dazu werden optische Bildgebungsdaten von inhibitorischen und exzitatorischen Neuronen des Hippocampus verwendet und deren Struktur der Verbindungen und funktionsabhängigen Umverdrahtung untersucht. Es werden induktive Biases identifiziert, die effiziente Few-Shot-Lernmechanismen ermöglichen, indem vereinfachte Schaltkreismodelle erstellt werden, die mit modernsten KI-Algorithmen getestet werden.