Das Verbundprojekt TwinChain beschäftigt sich mit Verbesserungen bei der Analyse des Infektionsgeschehens. Wie sich während der COVID-19-Pandemie gezeigt hatte, entfiel ein großer Teil der Krankheitslast auf besonders gefährdete Gruppen, insbesondere Patientinnen und Patienten aus Krankenhäusern und Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen. Twinchain verfolgt das Ziel, in Zukunft die gesundheitliche Belastung durch potentielle Epidemien von Atemwegsinfektionen und saisonale endemische Spitzen zu verringern. Künftig soll es möglich sein, ein besseres Verständnis der Infektionsketten in Krankenhäusern und Pflegeheimen zu entwickeln, um so evidenzbasierte Entscheidungsfindungen bei der Bewertung und Umsetzung sogenannter nicht-pharmazeutischer Interventionen (NPIs) zu unterstützen.
Im Rahmen des Projekts soll ein mehrstufiger Modellierungsansatz genutzt werden, um einen digitalen Zwilling der Infektionsketten zu entwickeln. Hierfür sollen als Parameter insbesondere gezielte Tests, Nachverfolgungs- und Isolationsstrategien, die Verwendung von Masken und die Belüftung sowie die Kontrolle der Luftqualität in den oben genannten Einrichtungen genutzt werden, um möglichst effizient die Übertragung durch Aerosole zu verhindern. Es ist vorgesehen, große Mengen hochaufgelöster Daten aus Pflegeheimen und Krankenhäusern mit Daten aus der Mobilitätsforschung und Modellen der Künstlichen Intelligenz für computergestützte Strömungssimulationen der Aerosolübertragung zu kombinieren.
Der geplante mehrstufige Modellierungsansatz soll künftig die Identifizierung von Übertragungswegen durch direkte Kontakte und Aerosolübertragung ermöglichen. Zusätzlich werden sowohl die Reaktionen als auch ihre Folgen zur Eindämmung von Infektionskrankheiten durch gezielte Unterbrechungen von Infektionsketten besser einschätzbar.