| Veröffentlichung der Bekanntmachung: | 2024 |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Gesamte Fördersumme: | bis zu 17 Mio. Euro |
| Anzahl der Projekte: | 7 Verbünde und eine Koordinierungsstelle als Einzelvorhaben, insgesamt 40 Zuwendungsempfänger |
1. Ziele der Fördermaßnahme
Mathematische Modelle und Computersimulationen werden in der Epidemiologie zu einem immer wichtigeren Werkzeug und ergänzen dort die experimentelle und klinische Forschung. Die rechnergestützte Modellierung von Übertragungsdynamiken, Infektionsverläufen und den Auswirkungen von Interventionen leistet einen entscheidenden Beitrag zur Abwehrbereitschaft gegen Pandemien und Epidemien. Die Covid-19-Pandemie hat die Notwendigkeit gezeigt, in Deutschland die dafür erforderliche interdisziplinäre wissenschaftliche Expertise vorzuhalten. Neben mathematischen und informatischen Methoden sind hierzu auch Kenntnisse zu epidemiologischen, biologischen, verhaltenspsychologischen und sozialen Prozessen unerlässlich. Da die epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten in Deutschland jedoch noch nicht als eigenständige Forschungsdisziplin etabliert ist, müssen die entsprechenden Kompetenzen in verwandten Disziplinen erst aufgebaut und miteinander vernetzt werden.
Um das interdisziplinäre Forschungsfeld der epidemiologischen Modellierung in Deutschland nachhaltig zu stärken, zu internationalen Vorreitern aufzuschließen und damit im Bedarfsfall dringend benötigte Kompetenzen dauerhaft in Deutschland vorzuhalten, bedarf es einer Fortschreibung und Weiterentwicklung der bereits geförderten Initiative „Stärkung der Modellierungskompetenz zur Ausbreitung schwerer Infektionskrankheiten“ (Banz AT 28.05.2021 B8). Weiteren Forschungsbedarf gibt es dabei insbesondere beim Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zur Verbesserung von Modellierungsmethoden, der Entwicklung von erweiterten und integrierten Modellen, die neben der Ausbreitung von Infektionserregern auch die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen von Infektionskrankheiten abbilden, sowie der Modellierung von weiteren Infektionserregern, die zukünftig in Deutschland an Bedeutung gewinnen könnten.
Hier setzt die Fördermaßnahme „Ausbau und Vernetzung der Modellierungskompetenz für schwere Infektionskrankheiten“ an. Ziel ist es, die Kompetenzen sowie die fächerübergreifende Zusammenarbeit und Vernetzung im Bereich der epidemiologischen Modellierung in Deutschland weiter zu stärken und die Diversifikation des Forschungsfelds zu unterstützen. Damit soll ein Beitrag zur Vorhaltung wichtiger und vielfältig aufgestellter Modellierungskompetenzen für den Fall von Pandemien und Epidemien geleistet werden, so dass die pandemische Resilienz in Deutschland nachhaltig gestärkt wird.
2. Stand der Fördermaßnahme
Im Januar 2025 wurden sieben Forschungsverbünde und eine Koordinierungsstelle mit insgesamt 40 Teilvorhaben zur Förderung ausgewählt. Die zentrale Koordinierungsstelle unterstützt die Verbünde, etabliert Kooperationen zwischen den Verbünden, koordiniert Querschnittsaktivitäten, übernimmt die Kommunikation der gewonnenen Erkenntnisse und organisiert die jährliche (inter)nationale MONID-Jahreskonferenz. Alle Projekte haben zum 01.01.2026 begonnen.