Das Verbundprojekt EPISERVE beschäftigt sich mit der Frage der Ausbreitung von Epidemien. Es verfolgt das Ziel, eine offen zugängliche, modulare Simulations- und Datenplattform zur Analyse und Prognose epidemischer Ausbreitungsdynamiken zu entwickeln. Die neue Plattform soll in der Lage sein, kontinuierlich aktualisierte Daten aus heterogenen Quellen – darunter Infektionszahlen, Krankenhaus- und Meldewesendaten, Virusgenomdaten, Mobilitätsmuster, Wetterdaten und soziale Medien – zu integrieren und diese für simulationsgestützte Szenarienanalysen aufzubereiten. Das Projekt wird auf der bereits etablierten Infrastruktur und den Werkzeugen des Vorläufer-Modells MODUS-Covid aufbauen und sogenannte agentenbasierte Modellierungssimulationen im großen Maßstab ermöglichen.
Ein innovativer Aspekt des Projektes ist die enge Verknüpfung mit neuen Datenströmen: Genomdaten dienen zur Einschätzung von Immunität und Übertragungspotenzial, während soziale Medien Aufschluss über Verhaltensänderungen und Risikowahrnehmung geben. Dies soll eine weitestgehend realitätsnahe Modellierung ermöglichen und gleichzeitig die Prognosegüte deutlich verbessern. Insbesondere die Punkte Datenqualität, Modellkalibrierung und Recheneffizienz sollen durch KI-gestützte Verfahren optimiert werden. Zunächst sind als Forschungsschwerpunkte COVID-19 und Influenza vorgesehen, perspektivisch soll die Plattform jedoch auf weitere Atemwegserkrankungen und neu auftretende Erreger erweitert werden.
Bei einer erfolgreichen Umsetzung des Projekts wird eine robuste Infrastruktur zur datenbasierten Entscheidungsunterstützung geschaffen, die einen wesentlichen Beitrag zu Pandemievorsorge in Deutschland leisten kann.