Digitale FortschrittsHubs Gesundheit

Digitale Innovationen aus den Unikliniken sollen die regionale Gesundheitsversorgung verbessern. Und Informationen aus der regionalen Gesundheitsversorgung sollen die Datenbasis der Gesundheitsforschung stärken. Das sind die Ziele der Digitalen ForschrittsHubs.

Ärztin zeigt einem Patienten etwas auf einem Tablet.

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Die von der Medizininformatik-Initiative (MII) an den Unikliniken geleistete Pionierarbeit zur Digitalisierung in der Medizin soll in möglichst alle Bereiche des Gesundheitssystems einfließen – von der ambulanten Gesundheitsversorgung in der Hausarztpraxis über den stationären Aufenthalt im örtlichen Krankenhaus bis zur Versorgung in Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen.

Dafür zunächst modellhafte Lösungen zu entwickeln und zu optimieren, damit sie zukünftig allen Menschen zu Gute kommen können – das ist die Aufgabe der sieben vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit (DigiHubs). Für die im Jahr 2021 gestartete Initiative stellt das BMFTR bis 2029 in zwei Förderphasen rund 100 Millionen Euro bereit.

Im Fokus: Digitale Innovationen, von denen die Menschen vielfältig profitieren

Die DigiHubs fokussieren auf Anwendungsfälle, bei denen der Datenaustausch zwischen regionalen Akteuren der Gesundheitsversorgung, Unikliniken und Forschungseinrichtungen vielen Menschen zu Gute kommt, beispielsweise in den Bereichen Onkologie (Lungen-, Darm-, Brust- und Prostatakrebs), Kardiologie, Psychiatrie und Rehabilitation. Auch neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Atemwegsinfektionen sowie der digitale Wandel in der Pflege liegen im Themenspektrum der DigiHubs.

Ebenso vielfältig wie die medizinischen Themen sind auch die technischen Lösungen, die dabei zum Einsatz kommen – das zeigt die folgende Auswahl:

  • Plattformen für den Datenaustausch sollen die Erforschung, Diagnostik und Therapie von Krankheiten durch die intelligente Verknüpfung und den Austausch von Informationen verbessern – und zwar über die Grenzen von Klinik, ambulanter Gesundheitsversorgung, Rehabilitation und Pflege hinweg. Zugleich gilt es, die Kommunikation zwischen Behandelnden unterschiedlicher Professionen – darunter Medizin, Psychologie und Physiotherapie – sowie zwischen den Behandelnden und ihren Patientinnen und Patienten zu fördern. Dazu werden digitale Portale sowie Smartphone-Anwendungen eingesetzt.
  • Künstliche Intelligenz soll medizinischem Fachpersonal beispielsweise in zeitkritischen Notfallsituationen helfen, Entscheidungen zu treffen, schnell die richtigen Maßnahmen einzuleiten und Leben zu retten – etwa bei der Versorgung von Schlaganfallpatienten im Rettungseinsatz.
  • Telemedizin und mobile Sensoren, die Gesundheitsdaten an behandelnde Ärztinnen und Ärzte übermitteln, sollen die Gesundheitsversorgung auch in ländlichen Regionen verbessern. Die dabei erfassten Daten werden auch helfen, Volkskrankheiten wie psychische Erkrankungen und Krebs noch besser zu verstehen und Therapien zu optimieren.

Wie Digitale FortschrittsHubs funktionieren

Ausgangspunkt eines DigiHubs ist das im Rahmen der MII aufgebaute örtliche Datenintegrationszentrum einer Uniklinik. Das Datenintegrationszentrum vernetzt sich mit regionalen Partnern – darunter Krankenhäuser, Arztpraxen, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen sowie Rettungsdienste. Auch Forschungseinrichtungen und Betroffenenorganisationen sind Partner der DigiHubs.

Diese Akteure teilen und nutzen Gesundheitsdaten gemeinsam über sichere Plattformen, um eine übergreifende Kommunikation und koordinierte Behandlung entlang der gesamten Versorgungskette einer Patientin oder eines Patienten zu ermöglichen.

Durch diesen Austausch fließen digitale Innovationen aus der universitären Spitzenforschung direkt in die regionale Gesundheitsversorgung ein, während gleichzeitig Informationen aus der Gesundheitsversorgung die Datenbasis der Gesundheitsforschung stärken.

Regionale Vernetzung entlang des Patientenpfades

Die sieben regionalen Digitalen FortschrittsHubs (DigiHubs) eint das Ziel, digitale Innovationen aus der Forschung der Universitätsmedizin in die regionale Gesundheitsversorgung zu bringen – und dabei die Vernetzung der unterschiedlichen Akteure des Gesundheitswesens voranzutreiben. Daher werden die Konzepte und Lösungen der DigiHubs seit 2025 in einem gemeinsamen Use Case „Patient Journey“ gebündelt. Das Ziel: Die Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten entlang der Stationen im Behandlungsverlauf optimieren – durch digitale Einbindung regionaler Praxisnetzwerke und Krankenhäuser sowie einen möglichst lückenlosen Datenfluss.

Grafik einer Deutschlandkarte mit den koordinierenden Standorten der sieben DigiHubs sowie der TMF e.V. Koordinierungsstelle DigiHubs

Grafik nach: Geschäftsstelle SMITH-Konsortium c/o LIFE Management Cluster

Ausführliche Porträts der DigiHubs

Die DigiHubs sind in unterschiedlichen Regionen bundesweit aktiv und werden von Universitätsmedizin-Standorten aus koordiniert. Die Koordinierungsstelle der DigiHubs ist bei der TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e. V. in Berlin angesiedelt.

In der ersten Förderphase (2021–2025) stand die sichere und sektorenübergreifende Nutzung von Gesundheitsdaten im Mittelpunkt. In der zweiten Förderphase (2025/26–2029) führen die DigiHubs diese Arbeit fort. Sie entwickeln bestehende Lösungen weiter, verknüpfen sie interoperabel und schaffen die Voraussetzungen für eine nachhaltige Integration in die Gesundheitsversorgung.

Die folgenden Porträts der sieben vom BMFTR geförderten DigiHubs skizzieren, welche konkreten Anwendungsfälle welche Partner wo in Deutschland umsetzen:

Care:ecoHUB: Die Pflege der Zukunft im Praxistest
CAEHR: Die Versorgung von Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen optimieren
DISTANCE: Krankheitsverläufe nach intensivmedizinischer Betreuung besser vorhersagen, gezielter therapieren
MIDIA-Hub: Bessere Nachsorge von Krebserkrankungen, optimierte Therapie gegen Multiple Sklerose
MiHUB: ein digitales Ökosystem für Forschung, Diagnostik und Therapie
LeMeDaRT: Stadt, Land, Datenfluss
DECIDE: Versorgungsqualität in ländlichen Regionen verbessern