Ob Notfallversorgung, Rehabilitation oder ambulante Betreuung: Am Beispiel verschiedener Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigt CAEHR modellhaft auf, wie die Digitalisierung in der Medizin die Versorgungserfolge im Alltag verbessern kann.

Die sofortige Diagnostik und das rasche Einleiten der Therapie für Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten will CAEHR mit innovativen IT-Lösungen und Methoden der Künstlichen Intelligenz unterstützen.
Universitätsmedizin Göttingen
Von der Herzinsuffizienz über Herzklappenprobleme bis hin zum Schlaganfall – so verschieden Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch sind, vieles haben sie gemeinsam: Die Folgen dieser Erkrankungen sind oft chronisch und erfordern eine dauerhafte Versorgung. Werden sie rechtzeitig erkannt, können sie oft gut behandelt werden. So bestehen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen vielfältige Möglichkeiten, um Betroffenen im Zusammenspiel von Gesundheitsforschung und -versorgung zu helfen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Genau hier setzt der vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Digitale Fortschrittshub CAEHR an (CArdiovascular diseases – Enhancing Healthcare through cross-sectoral Routine data integration). Im August 2025 ist die zweite, auf vier Jahre angelegte Förderphase für CAEHR angelaufen. In ihr sollen digitale Lösungen für eine bessere Versorgung der Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter erprobt und für den späteren bundesweiten Einsatz weiterentwickelt werden.
Von der Momentaufnahme zum Gesamtbild der Erkrankung

Prof. Dr. Dagmar Krefting leitet das Institut für Medizinische Informatik der Universitätsmedizin Göttingen und koordiniert den FortschrittsHub CAEHR.
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Im Fokus von CAEHR steht der Informationsfluss zwischen den verschiedenen Sektoren des Gesundheitssystems – von der Notfallversorgung im Krankenwagen über die stationäre und ambulante Versorgung bis hin zur Rehabilitation und Nachsorge in der Hausarztpraxis. An den verschiedenen Etappen der Versorgungskette sehen die Behandelnden heute oft nur Momentaufnahmen ihrer Patientinnen und Patienten. „Für optimale und personalisierte Therapieentscheidungen müssen Ärztinnen und Ärzte jedoch an jedem Punkt des Gesundheitssystems das Gesamtbild eines individuellen Krankheitsverlaufes beurteilen können“, so Prof. Dr. Dagmar Krefting. Sie leitet das Institut für Medizinische Informatik der Universitätsmedizin Göttingen und koordiniert den FortschrittsHub CAEHR.
Über die intelligente Nutzung von Daten aus der Gesundheitsversorgung und moderne digitale Schnittstellen will CAEHR die Grundlage für eine besser vernetzte Versorgung von Herz-Kreislauf-Patientinnen und -Patienten schaffen. In der zweiten Förderphase des Projekts steht die engere Vernetzung entlang des gesamten medizinischen Behandlungspfades im Mittelpunkt. „Dabei beziehen wir gezielt regionale Gesundheitseinrichtungen mit ein, um die Gesundheitsversorgung vor Ort nachhaltig zu verbessern“, erklärt Krefting. An allen Punkten des Versorgungssystems sollen strukturierte Daten nach einheitlichen Standards erhoben und über die gesamte Kette der Gesundheitsversorgung genutzt werden können, um Prognosen zu Krankheitsverläufen präziser treffen zu können, die Behandlung zu verbessern, und Präventionsmaßnahmen wirkungsvoller einzusetzen. Wie das funktionieren kann, das wird CAEHR in zwei Anwendungsfällen exemplarisch aufzeigen.
Neben den Projektpartnern sind weitere regionale Gesundheitseinrichtungen (Rehazentrum Lippoldsberg GmbH, Klinik Fallingbostel, Vivantes GmbH) sowie Interessensvertretungen (DESAM-ForNet, Berufsverband der Pflege e. V., Deutsche Herzstiftung e. V., Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe) als zusätzliche Partner in dem Projekt eingebunden. Darüber hinaus arbeitet CAEHR mit weiteren hier nicht aufgeführten Kliniken und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zusammen. CAEHR ist grundsätzlich offen für weitere Partner.
CAEHR ist einer der sieben Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit. Für diese Initiative stellt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bis 2029 rund 100 Millionen Euro bereit. Aufgabe der FortschrittsHubs ist es, die Pionierarbeiten der Medizininformatik-Initiative zur Digitalisierung in der Medizin aus den Unikliniken – zunächst in Pilotprojekten – in alle Bereiche des Gesundheitssystems einfließen zu lassen: von der ambulanten Versorgung in der Hausarztpraxis über den stationären Aufenthalt im örtlichen Krankenhaus bis zur Versorgung in Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen.
Medizininformatik-Initiative
Digitale FortschrittsHubs Gesundheit