| Förderkennzeichen: | 01GK2505E |
| Fördersumme: | 208.435 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Jean-François Chenot |
| Adresse: |
Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Community Medicine, Abteilung Allgemeinmedizin Ellernholzstr. 1-2 17489 Greifswald |
Hausärzte spielen eine zentrale Rolle in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Depressionen. Eine leitliniengerechte Diagnostik und Behandlung wird in der Primärversorgung häufig unzureichend umgesetzt. Ziel des Projekts SCOPE-D ist es, die hausärztliche Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Depressionen in Deutschland zu verbessern, indem erstens die Implementierung der Nationalen Versorgungsleitlinie Unipolare Depression gefördert und zweitens die psychosomatische Grundversorgung (PSGV) durch Integration des Online-Selbsthilfetools deprexis gestärkt wird. SCOPE-D ist als prospektive, interventionelle, cluster-randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie konzipiert. Die Rekrutierung erfolgt in Niedersachsen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern über das hausärztliche Forschungspraxennetz Nord. Alle teilnehmenden Hausärztinnen und Hausärzte erhalten eine leitlinienorientierte Schulung zur Diagnostik und Behandlung von Depressionen. Patienten der Interventionsgruppe werden zusätzlich zur PSGV unter Nutzung von deprexis behandelt, während Patienten der Kontrollgruppe die PSGV ohne deprexis erhalten. In beiden Gruppen erfolgt die leitlinienorientierte Behandlung auf Basis des Depressionsschweregrads. Primärer Endpunkt ist der Depressionsschweregrad nach 90 Tagen, gemessen mit dem Patient Health Questionnaire-9. Sekundäre Endpunkte umfassen Selbstwirksamkeit, Versorgungsparameter und gesundheitsökonomische Kennzahlen. Veränderungen in Versorgungsroutinen werden durch qualitative Interviews und Routinedatenanalysen untersucht. Die Ergebnisse haben hohe praktische Bedeutung, da sie fachliche Expertise, Forschungskompetenz und Implementierung leitliniengerechter Depressionsversorgung in Hausarztpraxen nachhaltig fördern. Sie tragen zur evidenzbasierten Weiterentwicklung von klinischen Leitlinien und Curricula der PSGV bei, insbesondere durch systematische Integration digitaler Selbsthilfetools. Der Projektpartner Greifswald ist insbesondere an der Studiendurchführung beteiligt.