Die Europäische Partnerschaft für die Gesundheit des Gehirns (EP BrainHealth) zählt zu den größten Hirnforschungsinitiativen weltweit. Das BMFTR hat seine Förderung der Allianz ausgebaut – auch wegen der großen Resonanz auf die Förderaufrufe.

Wie bleibt unser Gehirn lange gesund? Die Erforschung dieser Frage steht im Mittelpunkt der Europäischen Partnerschaft für die Gesundheit des Gehirns (EP BrainHealth).
DLR Projektträger| KI-generiert
Am Welttag der Psychischen Gesundheit am 10. Oktober steht ein zentraler Aspekt der Gehirngesundheit im Fokus. Gehirngesundheit ist ein Thema, das jeden Menschen betrifft. Denn ein gesundes Gehirn ist nicht nur entscheidend für unsere persönlichen Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, sondern auch für gesellschaftliche Stabilität und wirtschaftlichen Wohlstand.
Nach aktuellen Schätzungen, die kürzlich im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht wurden, lebten im Jahr 2023 weltweit etwa 1,2 Milliarden Menschen mit psychischen Erkrankungen. Allein mit einer Depression lebten in im Jahr 2023 weltweit 322 Millionen Menschen (196 Millionen davon Frauen). Psychische, aber auch neurologische Erkrankungen belasten nicht nur Betroffene und Familien schwer, sondern fordern auch die Gesundheitssysteme und Volkswirtschaften massiv heraus: Hirnerkrankungen kosten die Weltwirtschaft jährlich mehr als 5 Billionen US-Dollar, also 5.000 Milliarden Dollar.
Eine der größten Hirnforschungsinitiativen weltweit
Die Gehirngesundheit zu fördern, zu erhalten und zu schützen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Forschung und Innovation sind Schlüssel zum Verständnis des menschlichen Gehirns und ermöglichen neue Wege in Prävention, Diagnostik und Therapie.
Genau hier setzt die Europäische Partnerschaft für die Gesundheit des Gehirns (European Partnership for Brain Health – EP BrainHealth) an.
Seit Januar 2026 bündeln 64 Organisationen aus 36 Ländern sowie die EU-Kommission ihre Ressourcen in dieser Förderallianz. Mit einem Gesamtbudget von ca. 500 Millionen Euro ist sie eine der weltweit größten Hirnforschungsinitiativen. In der auf zehn Jahre angelegten Partnerschaft werden Forschung und Innovation im Bereich Gehirngesundheit länderübergreifend aufeinander abgestimmt. Ganz wichtig: Die Ergebnisse sollen schneller vom Labor in den Alltag und die Klinik gelangen, um Gehirngesundheit zu fördern und die Lebensqualität aller Menschen spürbar zu verbessern.
BMFTR stockt Förderung auf
Deutschland hat in der EP BrainHealth eine Schlüsselrolle inne: Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ist für die Koordination der Partnerschaft zuständig.
Zudem hat das BMFTR die Förderung der EP BrainHealth im Jahr 2026 um 2 Millionen Euro aufgestockt und stellt so insgesamt rund 50 Millionen Euro für die gesamte Laufzeit zur Verfügung. Das ist auch eine Antwort auf die große Resonanz der Forschungslandschaft auf die ersten beiden Förderaufrufe der EP BrainHealth in diesem Januar, mit ca. 600 eingereichten Projektideen transnationaler Teams.
Die EP BrainHealth setzt nicht nur auf Forschung und Innovation, sondern auch auf einen Perspektivwechsel: Statt nur Krankheiten zu behandeln, will sie die Prävention stärken und lebenslange Gehirngesundheit fördern. Dabei wird eine ganzheitliche Sicht auf die Gehirngesundheit verfolgt, die traditionelle Grenzen etwa zwischen neurologischen, neurodegenerativen und psychischen Erkrankungen überwindet und neben biologischen Faktoren auch soziale und umweltbedingte Einflüsse miteinbezieht.
Am 10. Oktober ist Welttag für Psychische Gesundheit
Der World Mental Health Day (Welttag für psychische Gesundheit) findet jedes Jahr am 10. Oktober statt, um das Bewusstsein für psychische Erkrankungen weltweit zu schärfen. Initiiert von der „World Federation for Mental Health“ und unterstützt von der Weltgesundheitsorganisation WHO, steht der Aktionstag jährlich unter einem anderen Schwerpunktthema. 2026 lautet das Motto: „Erfahrungen Gehör schenken: Echte Stimmen, echter Wandel“. Ziel ist es, soziale Stigmen abzubauen, Aufklärung zu fördern und den Zugang zu psychologischer Unterstützung für alle Menschen zugänglich zu machen.