Die „Abnehmspritze“ (GLP-1-Agonisten wie Semaglutid) hat die Adipositastherapie grundlegend verändert. Den positiven Effekten stehen jedoch oft Gewichtszunahme und Abschwächung kardiometabolischer Vorteile nach Therapiebeendigung sowie beträchtliche Kosten der Therapie gegenüber.
Um die Effekte der Therapie nachhaltig zu sichern, wird in einer randomisiert-kontrollierten multizentrischen Studie die Wirksamkeit zweier Ernährungsstrategien zur Aufrechterhaltung eines Gewichtsverlusts nach Semaglutid bei Adipositas untersucht. Spezifisch wird eine zwöfmonatige Intervention auf Basis wiederkehrender Phasen hypokalorischer Diät mit einer proteinreichen, vegetarischen Ernährung reich an Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren (NutriAct-Ansatz) verglichen. Endpunkte sind neben Körpergewicht, Fett- und Muskelmasse sowie kardiometabolischen Risikomarkern auch Patient-Reported Outcome Measures (PROMs). Es werden außerdem Bioproben gesammelt, um explorative Analysen zu ermöglichen. Die Analysen werden die Identifikation von Endotypen, die am stärksten von der jeweiligen Strategie profitieren, erleichtern und damit die Entwicklung maßgeschneiderter Interventionen ermöglichen.
Die Charité – Universitätsmedizin Berlin übernimmt die Koordination der klinischen Studie in diesem Kooperationsprojekt mit Arbeitsgruppen aus Deutschland, Lettland, der Tschechischen Republik, Frankreich und Österreich, das im Rahmen der Europäischen Partnerschaft „Fostering a European Research Area for Health“ (ERA4Health) gefördert wird. In ERA4Health arbeiten EU-Mitgliedsstaaten und assoziierte Staaten zusammen. Hierdurch soll die Ernährungs- und Gesundheitsforschung transnational gebündelt und gestärkt werden.