Mit der Fachtagung „Mind the Gap“ am 24. und 25. November 2026 rückt das BMFTR die geschlechtersensible Medizin in den Fokus. Rund 200 Forschende werden sich in Berlin über Ansätze und Herausforderungen in diesem Feld informieren und austauschen.
„Mind the Gap“: Bei der vom Bundesforschungsministerium ausgerichteten Fachtagung treffen sich Forschende zu Fragen der geschlechtersensiblen Medizin
REDPIXEL / Adobe
Die Seite wird fortlaufend aktualisiert (Stand: 15.07.2026)
Das Geschlecht spielt in der medizinischen Forschung – neben Alter und persönlichem Lebensstil – eine zentrale Rolle. Ein geschlechtersensibler Forschungsansatz trägt dazu bei, viele Erkrankungen besser zu verstehen und passgenaue Therapien zu entwickeln. Er nimmt die individuellen Unterschiede zwischen den Menschen in den Blick – um allen Geschlechtern eine bestmögliche Versorgung zu ermöglichen.
In der Vergangenheit aber fanden Frauen in der Medizin zu wenig Beachtung – es waren vor allem Männer, die als Ärzte und Wissenschaftler arbeiteten, als Probanden an wissenschaftlichen Studien teilnahmen, und auch im Labor wurde vor allem mit männlichen Versuchstieren und Zellkulturen geforscht. Dadurch entstand eine systematische Wissens- und Informationslücke in der Erforschung von Krankheiten und der Erfassung und Nutzung medizinischer Daten – meist zum Nachteil von Frauen, fachsprachlich auch „Gender Data Gap“ genannt.
Ministerin Bär eröffnet Symposium
Für eine stärkere Berücksichtigung des Geschlechts in der Forschung engagiert sich das BMFTR mit vielfältigen Förderprogrammen und mit der Ausrichtung einer zweitägigen wissenschaftlichen Fachtagung. Dieses Symposium unter dem Motto „Mind the Gap: Geschlechtersensible Medizin im Fokus“ wird am 24. und 25. November in Berlin stattfinden und von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär eröffnet.
Fachvorträge, Best-Practice-Beispiele und Workshops
Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit zum interdisziplinären Austausch über Herangehensweisen sowie klinische und methodische Herausforderungen der geschlechtersensiblen Medizin. In Fachvorträgen werden Best-Practice-Beispiele zur geschlechtersensiblen Forschung in verschiedenen Fachgebieten vorgestellt – zum Beispiel aus der Kardiologie, Endokrinologie und Psychiatrie. Auch werden Aspekte einer geschlechtersensiblen Pharmakologie oder Anwendungen künstlicher Intelligenz beleuchtet.
In Workshops diskutieren Teilnehmende an Tag 1, wie geschlechtersensible Forschung erfolgreich gestaltet werden kann, beispielsweise über Studiendesigns und die geschlechtersensible Auswertung bereits bestehender medizinischer Datensätze. An Tag 2 des Symposiums geht es unter anderem um den nötigen und nachhaltigen Kulturwandel in der klinischen Forschung sowie Themen der Patientenbeteiligung, Wissenschaftskommunikation und der Übertragung geschlechtersensibler Forschungserkenntnisse in die klinische Praxis (Translation). Neben Fachvorträgen und Workshops bietet das Event Gelegenheit für Begegnungen, Austausch und Vernetzung innerhalb der Community. Im Rahmen des Symposiums ehrt Bundesforschungsministerin Dorothee Bär herausragende Forschende in den frühen wissenschaftlichen Karrierephasen mit einem Nachwuchspreis für geschlechtersensible Medizin.
Die Fachtagung richtet sich an klinisch Forschende aller medizinischen und verwandter Fachdisziplinen. Teilnehmen können sowohl Forscherinnen und Forscher, die sich bereits mit Geschlechtsaspekten auseinandergesetzt haben als auch solche Personen, die sich diesem Thema erst nähern.
Ausführliche Informationen zum Symposium finden sich auf diesen Seiten:
Programm
Anmeldung
Anmeldung von Kurzvorträgen
Nachwuchspreis für geschlechtersensible Medizin