Bislang gibt es keine übergreifende Datenbank mit Informationen zum gesamten Erbgut (Genom) der Bevölkerung in Europa. Daher fördert die EU das Projekt „Genome of Europe“, in dem 100.000 Genome aus 29 europäischen Ländern als Referenzdatenbank zusammengestellt und für die Wissenschaft nutzbar gemacht werden sollen. Die so generierten europäischen Erbgutinformationen können zum Beispiel für wissenschaftliche Fragestellungen im Zusammenhang mit genetischen Risikoprofilen für Erkrankungen und der genetischen Vielfalt in Europa genutzt werden.
Aus Deutschland sollen Erbgutinformationen von 20.000 Proben in das europäische Gesamtprojekt eingespeist werden, darunter rund 10.000 neu und vollständig sequenzierte Proben aus der NAKO Gesundheitsstudie (NAKO). Um dies zu erreichen, sollen im vorliegenden Verbundprojekt Proben, die im Rahmen der NAKO gesammelt wurden, ausgewählt, sequenziert und die Ergebnisse für die Nutzung vorbereitet werden. Das Projekt trägt wesentlich dazu bei, den deutschen Beitrag zum europäischen Projekt „Genome of Europe“ zu realisieren. Es ermöglicht, dass deutsche Erbgutinformationen in eine europäische Referenzpopulation einfließen können. Die Sequenzierung von zusätzlichen NAKO-Proben ist zudem von großer Relevanz für die Forschung in Deutschland selbst.
Es handelt sich um eine Finanzierung abgegrenzter Teilausgaben durch das BMFTR, welche eine Kofinanzierung in mindestens gleicher Höhe der EU-Finanzierung darstellt.