| Förderkennzeichen: | 01KI2605 |
| Fördersumme: | 216.000 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2028 |
| Projektleitung: | PhD Ahmed Abd El Wahed |
| Adresse: |
Universität Leipzig, Veterinärmedizinische Fakultät, Institut für Tierhygiene und Öffentliches Veterinärwesen An den Tierkliniken 1 04103 Leipzig |
Das Pilotprojekt THERMO-LEISH zielt darauf ab, die Diagnose und dezentrale Überwachung von Leishmaniose in Kenia durch einen innovativen One-Health-Ansatz signifikant zu verbessern. Da bisherige Diagnosestandards zentrale Labore erfordern und oft zu spät greifen, etabliert das Vorhaben einen ressourcenschonenden, zweistufigen Diagnose-Workflow für den Point-of-Need-Einsatz. Die Methodik stützt sich auf zwei komplementäre Instrumente: Wärmebild-Screening: Im ersten Schritt kommt eine KI-gestützte, nicht-invasive Wärmebildtechnik zum Einsatz, um entzündungsbedingte, lokalisierte Temperaturveränderungen frühzeitig zu erkennen. Molekulare Bestätigung: Verdachtsfälle werden anschließend mit einer tragbaren Recombinase Aided Amplification (RAA) auf dem handlichen ISO-CUBE-Gerät getestet. Diese Methode liefert PCR-ähnliche Sensitivität in unter 30 Minuten, ganz ohne komplexe Thermozyklen. Ein zentrales Element des Vorhabens ist die digitale Vernetzung (IoT). Der ISO-CUBE überträgt die Ergebnisse via Bluetooth an eine eigens entwickelte "Offline-First"-Smartphone-App. Von dort werden pseudonymisierte Daten direkt in eine digitale One-Health-Plattform eingespeist. Um zoonotische Transmissionsketten zu verstehen, wird dieser Workflow ganzheitlich an 400 menschlichen Probanden und 600 potenziellen tierischen Reservoiren (z. B. Hunde, Nutz- und Wildtiere) validiert. Die systematische Zusammenführung von Human- und Tierdaten schafft eine übertragbare Grundlage für lokales Eingreifen und die globale Kontrolle klimasensibler, vernachlässigter Tropenkrankheiten (NTDs).