| Förderkennzeichen: | 01GN2644 |
| Fördersumme: | 272.817 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2028 |
| Projektleitung: | Dr. Esther Giehl-Brown |
| Adresse: |
Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Chirurgische Klinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie Im Neuenheimer Feld 420 69120 Heidelberg |
Frauen weisen im Kontext der Lebertransplantation geschlechtsspezifische Besonderheiten hinsichtlich Zugang zur Transplantation, Organallokation, perioperativer Versorgung, Immunsuppression sowie Langzeitergebnissen auf. Trotz zunehmender wissenschaftlicher Hinweise bestehen weiterhin erhebliche Evidenzlücken. Eine systematische Priorisierung der dringendsten offenen Forschungsfragen aus Sicht von Betroffenen und Fachpersonen fehlt bislang. Ziel des Projekts WILT-PSP (Women in Liver Transplantation – Priority Setting Partnership) ist die strukturierte Identifizierung und Priorisierung zentraler Forschungsfragen zur Versorgung von Frauen entlang des gesamten Transplantationspfades, die Indikationsstellung und Wartelistenführung über die Organallokation bis zur Nachsorge einbeziehend. Das Vorhaben folgt der etablierten Methodik einer Priority Setting Partnership in Anlehnung an die James-Lind-Alliance. In einem transparenten, mehrstufigen Verfahren werden Patientinnen, Angehörige, Pflegefachpersonen sowie Ärztinnen und Ärzte systematisch eingebunden. Zunächst werden in einer offenen Befragung bislang unbeantwortete Forschungsfragen erhoben. Diese werden thematisch gebündelt, wissenschaftlich präzisiert und durch eine strukturierte Literaturrecherche auf bestehende Evidenz geprüft. Fragen mit bereits gesicherter Evidenz werden ausgeschlossen. Die verbleibenden offenen Themen werden in einer zweiten Befragungsrunde priorisiert. Abschließend erfolgt eine moderierte Konsenskonferenz mit allen relevanten Interessengruppen zur Festlegung einer finalen Rangliste der wichtigsten Forschungsfragen. Die Ergebnisse werden publiziert und aktiv an Fachgesellschaften, Forschungsnetzwerke und Förderinstitutionen kommuniziert. WILT-PSP schafft damit eine belastbare, patientenorientierte Forschungsagenda und leistet einen strukturellen Beitrag zur Reduzierung geschlechtsspezifischer Wissenslücken in der Transplantationsmedizin.