| Förderkennzeichen: | 01GN2545 |
| Fördersumme: | 221.737 EUR |
| Förderzeitraum: | 2025 - 2026 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Esther Pogatzki-Zahn |
| Adresse: |
Universität Münster, Universitätsklinikum, Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude 1 48149 Münster |
Postoperative Schmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Frauen berichten dabei häufiger von stärkeren und langanhaltenderen Schmerzen als Männer. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass bestehende Schmerzmanagement-Standards häufig auf Studien basieren, die vorwiegend männliche Teilnehmer einschlossen. Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wirksamkeit von Behandlungsstrategien sowie deren Nebenwirkungen und Dosierungen sind bisher nur unzureichend erforscht, insbesondere für gender-diverse Personen. Das Ziel der systematischen Übersichtsarbeit ist es, diese Wissenslücken zu schließen. Konkret sollen geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wirksamkeit und den Nebenwirkungen von Schmerzmanagement-Strategien und häufig eingesetzten perioperativen Analgetika, wie Nicht-Opioid-Analgetika, Ketamin oder Opioiden, untersucht werden. Der Fokus liegt dabei sowohl auf spezifischen chirurgischen Eingriffen wie Knieendoprothesen, Sternotomien und Wirbelsäulenoperationen als auch auf übergreifenden Schmerzbehandlungsoptionen. Die systematische Analyse erfolgt auf Basis hochqualitativer klinischer Studien, systematischer Übersichtsarbeiten sowie Meta-Analysen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, evidenzbasierte Empfehlungen für eine geschlechtersensible Schmerztherapie zu entwickeln. Ziel ist es, eine individuellere, gerechtere Versorgung zu ermöglichen, die sowohl Schmerzen als auch Langzeitfolgen wie chronische postoperative Schmerzen reduziert. Erwartete Ergebnisse umfassen praxisnahe Empfehlungen zur Optimierung der Schmerztherapie und die Identifikation von Forschungsfeldern, die dringend weiterer Untersuchung bedürfen, etwa zur Einbeziehung gender-diverser Gruppen. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung geschlechtsbedingter Ungleichheiten in der Schmerztherapie.
Die systematische Übersichtsarbeit ist im Register „International prospective register of systematic reviews (PROSPERO)“ unter den Registernummern CRD420251121393, CRD420251121536 registriert.