| Förderkennzeichen: | 01GN2608 |
| Fördersumme: | 50.000 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2026 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Birgit Derntl |
| Adresse: |
Eberhard Karls Universität Tübingen, Universitätsklinikum, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Calwerstr. 14 72076 Tübingen |
Die Auswirkungen von biologischem Geschlecht und von Gender, also Geschlechtsidentität, -ausdruck und gesellschaftlichen Normen, auf psychische Gesundheit und Krankheit werden in Forschung und klinischer Praxis häufig vernachlässigt, wodurch ein erheblicher "Gender-Data-Gap" entsteht, der Frauen, Männer und diverse Personen betrifft und zu Fehldiagnosen sowie weniger wirksamen Therapien führt. Psychische Erkrankungen wie Depression, Angst oder Schizophrenie unterscheiden sich zwischen den Geschlechtern nicht nur in Symptomatik und Verlauf, sondern auch in den zugrunde liegenden biologischen Mechanismen: neurowissenschaftliche Befunde zeigen geschlechtsspezifische Unterschiede in Hirnstruktur, Neurotransmittersystemen, hormoneller Regulation, funktioneller Konnektivität und Stress-Reaktionsnetzwerken. In dieser Summer School werden Studierende, Forschende und ‚Clinician Scientists‘ geschult, sowohl geschlecht- und genderbezogene Variablen als auch neurobiologische Mechanismen systematisch in präklinische und klinische Studien zu integrieren. Die Teilnehmenden lernen, Studien zur psychischen Gesundheit zu konzipieren, Daten aus Verhaltensmessungen, Bildgebung und Biomarkern gemeinsam mit geschlechts-sensitiven Analysen auszuwerten und zu interpretieren, und erhalten praxisnahe Anleitungen, diese Erkenntnisse in klinische Entscheidungsprozesse und Leitlinien zu übertragen. Die Perspektive von Patientinnen, Patienten und Betroffenen ist integraler Bestandteil aller Module. Ziel ist, durch ein ausgewogenes Zusammenspiel von Geschlechtersensitivität und wissenschaftlicher Evidenz die gesundheitliche Chancengleichheit zu stärken und die Versorgung aller Patientinnen und Patienten zu verbessern.