Einzelprojekt

Summer School zu neurovaskulärer Chancengleichheit und unvoreingenommener Forschung für eine optimierte geschlechtergerechte Analyse und Praxis (Modul 4)

Förderkennzeichen: 01GN2612
Fördersumme: 47.350 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2026
Projektleitung: PD Dr. Philipp Berg
Adresse: Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, Institut für Medizintechnik (IMT)
Universitätsplatz 2
39106 Magdeburg

Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn wie Schlaganfälle oder Gefäßaussackungen können bei Frauen, Männern und weiteren Geschlechtergruppen unterschiedlich verlaufen und behandelt werden. Trotz dieses Wissens werden geschlechtsspezifische Unterschiede in vielen klinischen Studien, Leitlinien und im Versorgungsalltag noch unzureichend berücksichtigt. Dadurch entstehen Lücken in unserem Wissen, die eine gerechte, zielgerichtete Behandlung erschweren und die Versorgung ganzer Gruppen negativ beeinflussen können. Mit der Summer School NEURO-GAP sollen junge Forschende und medizinisch Interessierte für diese Problematik sensibilisiert und befähigt werden, geschlechtssensible Fragen in der klinischen Forschung klar zu erkennen und anzugehen. Ziel ist es, gemeinsam echte Unterschiede in Diagnose, Therapiewahl und Behandlungsergebnissen zu identifizieren, die bislang in der Forschung und Praxis zu wenig Beachtung finden, und erste Ideen zu entwickeln, wie diese Lücken mit Hilfe von Daten, neuen Methoden und kreativen Lösungswegen geschlossen werden können. In einem abwechslungsreichen Programm lernen die Teilnehmenden in Vorträgen, Workshops und moderierten Gruppenarbeiten, wie sie Daten so nutzen und analysieren, dass geschlechtsspezifische Aspekte sichtbar werden. Durch interaktive Methoden wie moderierte Design Thinking Workshops und kollegialen Austausch werden Probleme aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und praxisnahe Lösungsansätze erarbeitet, die sowohl medizinische als auch gesellschaftliche Fragestellungen berücksichtigen. Besonders wichtig ist dabei die Einbeziehung unterschiedlicher Sichtweisen, etwa von Patientinnen und Patienten, um Forschung und Versorgung geschlechtergerecht weiterzuentwickeln. Diese Summer School stärkt die fachübergreifende Zusammenarbeit, qualifiziert für gender-sensible klinische Forschung und unterstützt langfristig die Reduzierung von Datenlücken, die heute noch die medizinische Versorgung beeinträchtigen.