Fördermaßnahme

Selbständige Forschungsgruppen im Förderschwerpunkt „Zukunft eHealth“

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2025
Förderzeitraum: 2025 - 2031
Gesamte Fördersumme: bis zu 27 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 12 Einzelvorhaben

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Im Gesundheitswesen werden medizinische Informationen aus der Patientenversorgung zunehmend digital erhoben. Ebenso generiert die biomedizinische Forschung immer größere Datenmengen. Um die Potenziale dieser bereits vorhandenen Daten aus der Forschung und der Gesundheitsversorgung noch besser auszuschöpfen, ist die Weiterentwicklung rechnergestützter Analysen und datengetriebener Forschungsansätze (eHealth) vonnöten.

Die „Selbstständigen Forschungsgruppen“ sind ein Modul des Förderschwerpunkt „Zukunft eHealth“, mit dem das BMFTR durch die gezielte Förderung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in frühen Karrierestadien dazu beitragen möchte, die besten Köpfe für eine wissenschaftliche Karriere in den interdisziplinären eHealth-Bereichen Medizininformatik, computergestützte biomedizinische Forschung und epidemiologische Modellierung zu gewinnen.

Mit Hilfe der mehrjährigen Förderung der Leitung und Umsetzung eines eigenständig und längerfristig konzipierten Forschungsprogramms und dem Aufbau einer Forschungsgruppe wird herausragenden Wissenschaftlerinnen die Möglichkeit eröffnet, sich national wie international zu profilieren und ihre Führungsqualitäten weiter auszubauen.

Die gezielte Adressierung dieser Personengruppe ist ein wichtiger Baustein, um dem Fachkräftemangel an der Schnittstelle von MINT und Medizin entgegenzuwirken. Gleichzeitig sollen hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen langfristig in das Wissenschaftssystem integriert werden, um auch im Bereich eHealth die notwendigen diversen Perspektiven und Expertisen in die Gestaltung einer innovativen digitalen Zukunft und Gesundheitsversorgung für alle einzubringen.

2. Stand der Fördermaßnahme

Ab Dezember 2025 werden zwölf „Selbstständige Forschungsgruppen“ in Form von Einzelvorhaben nationaler Hochschulen gefördert.

Einzelprojekte

Entwicklung vertrauenswürdiger und verantwortungsvoller kausaler Künstlicher Intelligenz für Präzisionsmedizin und Öffentliche Gesundheit

Förderkennzeichen: 01ZU2503
Gesamte Fördersumme: 1.534.811 EUR
Förderzeitraum: 2025 - 2030
Projektleitung: Dr. Adèle Helena Ribeiro
Adresse: Universität Münster, Medizinische Fakultät, Institut für Medizinische Informatik
Albert-Schweitzer-Campus 1, Geb. A 11
48149 Münster

Entwicklung vertrauenswürdiger und verantwortungsvoller kausaler Künstlicher Intelligenz für Präzisionsmedizin und Öffentliche Gesundheit

Dieses Projekt entwickelt ein benutzerfreundliches Werkzeug, das dabei hilft, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge in komplexen medizinischen Daten aufzudecken – und das unter Wahrung des Datenschutzes. Damit können Forschende besser verstehen, wie Krankheiten entstehen und verlaufen, Risiken genauer vorhersagen und den Nutzen von Behandlungen bewerten. Das System ist speziell dafür ausgelegt, auch mit realen Herausforderungen medizinischer Daten umzugehen – etwa kleine Patientenzahlen, Unterschiede zwischen Kliniken und Ländern, verschiedene Datentypen (z. B. Genetik, Bildgebung, Umwelt- und Lebensstilfaktoren) oder fehlende Informationen. So entstehen zuverlässige und nachvollziehbare Ergebnisse, die die Entwicklung wirksamer Therapien und Strategien im Gesundheitswesen unterstützen. Zum Einsatz kommt das Framework in drei Bereichen: Infektionskrankheiten (z. B. Malaria), Folgeerkrankungen nach Infektionen (z. B. Post-COVID-19) sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Notfallversorgung. Datensätze stammen u. a. aus Brasilien, Peru, Deutschland und dem Vereinigten Königreich. Durch die Verbindung moderner Methoden der Kausalanalyse mit drängenden medizinischen Fragen trägt das Projekt dazu bei, Forschung schneller in praktische Anwendungen für die Gesundheit von Menschen weltweit zu übersetzen.