Einzelprojekt

Pharmakoomische Strategien zur Steuerung der personalisierten Medizin bei mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG) behandeltem Blasenkrebs

Förderkennzeichen: 01KU2602
Fördersumme: 291.966 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Dr. Ariane Hallermayr
Adresse: Ludwig-Maximilians-Universität München, Medizinische Fakultät, Klinikum, Medizinische Klinik und Poliklinik IV, FB für Endokrinologie, Diabetologie & Stoffwechsel
Ziemssenstr. 5
80336 München

Die intravesikale Therapie mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG) gilt als Goldstandard zur Behandlung des nicht-muskelinvasiven Blasenkarzinoms (NMIBC), insbesondere bei Hochrisiko-Patientinnen und -Patienten. Dennoch zeigen Betroffene stark variierende Therapieergebnisse, die von unzureichender Wirksamkeit über schwere Nebenwirkungen bis hin zu immunologischen Komplikationen reichen. Da derzeitige Dosisanpassungen überwiegend auf klinischen Symptomen basieren, verfolgt das BlaCaPOx-Projekt das Ziel, eine personalisierte BCG-Therapie mithilfe integrierter Multi-Omics-Strategien zu entwickeln. Dabei sollen molekulare Signaturen identifiziert werden, die Therapieansprechen, Toxizität und immunologische Veränderungen vorhersagen, um patientenspezifische Dosisanpassungen zu verbessern. Hierzu werden vorhandene Genomik-, Transkriptomik- und Proteomik-Datensätze von NMIBC Patientinnen und Patienten analysiert und durch neue Omics-Profile ergänzt. Bioinformatische Methoden und Machine-Learning-Ansätze dienen der Identifikation prädiktiver Marker. Klinische Verläufe, Immunantworten und Nebenwirkungen werden mittels Liquid-Biopsy-Verfahren überwacht. Darauf basierend erfolgt eine Kategorisierung der Betroffenen nach Ansprechen und Toxizität, um Omics-Daten mit klinischen Parametern zu korrelieren und präzisierte Dosisstrategien abzuleiten. Der partizipative Forschungsansatz gewährleistet, dass Bedürfnisse und Perspektiven der Betroffenen maßgeblich die Studienplanung und -umsetzung prägen. An der LMU München werden hierzu ctDN-Analysen aus Plasma und Urin von Betroffenen vor Behandlungsbeginn und im Verlauf durchgeführt. Neben der Analyse von NMIBC-typischen Hotspotvarianten wird eine nicht-zielgerichtete Methode für ctDNA-basiertes BCG-Monitoring validiert. Das Vorhaben ist Teil des transnationalen Verbundprojekts "BlaCaPOx" der Förderinitiative "EP PerMed". Der Verbund wird durch eine deutsche Arbeitsgruppe koordiniert und hat insgesamt acht Projektpartner.