Einzelprojekt

Pharmakologische Wirksamkeit unter Berücksichtigung individueller Geschlechtseffekte bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung (Modul 1)

Förderkennzeichen: 01GN2618
Fördersumme: 215.985 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2028
Projektleitung: Prof. Dr. Nicole Skoetz
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Institut für Öffentliches Gesundheitswesen
Kerpener Str. 62
50937 Köln

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist eine schwere psychische Erkrankung, die durch affektive Instabilität, Impulsivität, Selbstverletzung und erhebliche Beeinträchtigungen der sozialen Funktionsfähigkeit gekennzeichnet ist. Obwohl psychotherapeutische Verfahren als Behandlung erster Wahl gelten, werden in der klinischen Praxis häufig Psychopharmaka eingesetzt. Die Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit dieser medikamentösen Behandlungen ist jedoch begrenzt, und mögliche Unterschiede in Behandlungseffekten zwischen Frauen und Männern wurden bislang nicht systematisch untersucht. Ziel des Projekts ist es, zu untersuchen, ob sich Wirksamkeit und Nebenwirkungen pharmakologischer Interventionen bei Menschen mit BPS in Abhängigkeit vom biologischen Geschlecht unterscheiden. Hierfür wird eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien durchgeführt. Eingeschlossen werden Studien mit erwachsenen Patientinnen und Patienten mit einer diagnostizierten BPS, unabhängig von Behandlungssetting oder Komorbiditäten. Analysiert werden medikamentöse Interventionen wie Antidepressiva, Antipsychotika, Stimmungsstabilisatoren oder andere zentral wirksame Substanzen im Vergleich zu Placebo, Standardbehandlung oder anderen pharmakologischen Therapien. Zentrale Endpunkte sind unter anderem die Veränderung der BPS-Symptomschwere, psychosoziale Funktionsfähigkeit, depressive Symptome sowie unerwünschte Ereignisse. Ein besonderer Fokus liegt auf der Auswertung geschlechtsstratifizierter Daten. Sollten Primärstudien diese Daten nicht berichtet, werden die Autorinnen und Autoren systematisch kontaktiert, um zusätzliche Daten zu erhalten. Dadurch soll eine fundierte Bewertung möglicher geschlechtsspezifischer Unterschiede in Behandlungseffekten ermöglicht werden. Das Projekt wird partizipativ durchgeführt und bindet Menschen mit eigener Erfahrung mit BPS als Co-Forschende ein. Sie wirken an der Priorisierung relevanter Endpunkte mit.