Einzelprojekt

INTRA-SEQ - Infektionsdiagnostik: T-Zell-Rezeptor-Analysen und Sequenzierung

Förderkennzeichen: 01KI2516
Fördersumme: 1.516.843 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2030
Projektleitung: Dr. Kilian Schober
Adresse: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Universitätsklinikum, Mikrobiologisches Institut, Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene
Wasserturmstr. 3-5
91054 Erlangen

T-Zellen spielen eine zentrale Rolle bei der Kontrolle von Infektionen, werden aber bisher kaum in der klinischen Diagnostik eingesetzt. Stattdessen werden vor allem Antikörpertests (Serologie) genutzt, die medizinisch wichtig sind, aber in ihrer Aussagekraft schwanken und meist nur einzelne Erreger erfassen. Wenn der Körper auf Krankheitserreger trifft, vermehren sich bestimmte T-Zellen mit passenden Rezeptoren (engl. T cell receptors, TCRs). Obwohl jede Person ein individuelles ("privates") TCR-Muster besitzt, führt die Exposition gegenüber bestimmten Erregern bei vielen Menschen zur Entwicklung ähnlicher oder sogar gleicher T-Zell-Klone – sogenannte "öffentliche" Klonotypen. Durch Sequenzierung des TCR-Repertoires lassen sich solche Klonotypen nachweisen und damit Rückschlüsse auf den Kontakt mit bestimmten Erregern ziehen – vorausgesetzt, es wurden genügend Patientendaten analysiert. Im Projekt INTRA-SEQ sollen TCR-Bibliotheken für Patientinnen und Patienten mit definierten Infektionskrankheiten aufgebaut werden, deren Serostatus zuvor mit herkömmlichen Methoden festgestellt wurde. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Diagnostik von Immunität gegenüber Erregern, die bei gesunden Schwangeren sowie bei Menschen mit HIV, die auf sexuell übertragbare Krankheiten überwacht werden, besonders relevant sind. In diesen Situationen ist die Einschätzung einer Erregerexposition von besonderer Bedeutung. Gleichzeitig tragen die gewonnenen Daten zum Aufbau einer weltweiten Datenbank von TCR-Sequenzen bei, die mit bekannten Krankheitserregern in Verbindung stehen. Zukünftig könnte so ein einzelner Test ausreichen, um die gesamte Infektionsgeschichte einer Person über das gesamte Leben hinweg sichtbar zu machen.