| Förderkennzeichen: | 01GN2640 |
| Fördersumme: | 255.217 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2028 |
| Projektleitung: | Dr. Bettina Zippel-Schultz |
| Adresse: |
Deutsche Stiftung für chronisch Kranke im Sondervermögen der DT Stiftungstreuhand AG Pariser Platz 6 10117 Berlin |
PAFOS kombiniert den Ansatz der Priority Setting Partnership nach der James Lind Alliance (JLA) mit dem Konzept des Essential National Health Research (ENHR), um geschlechtersensible Evidenzlücken in der poststationären Schlaganfallnachsorge zu identifizieren und patientenrelevante Forschungsprioritäten abzuleiten. Durch die Kombination beider Ansätze werden die jeweiligen methodischen Stärken zusammengeführt: Während die JLA-Methode einen strukturierten, patientenzentrierten Priorisierungsprozess zur Entwicklung einer Top-10-Prioritätenliste beinhaltet, ergänzt der ENHR-Ansatz eine systematische Situationsanalyse sowie explizite Priorisierungskriterien wie beispielsweise Machbarkeit oder Relevanz. Der Fokus liegt auf nicht-motorischen Aspekten der Schlaganfallnachsorge, insbesondere kognitiven Einschränkungen, psychischer Belastung, sozialer Teilhabe und der Rückkehr in Arbeit. Eine systematische Literaturrecherche sowie die Erstellung einer Evidence-Uncertainty-Map erfassen strukturiert bestehende Evidenz und Forschungslücken. Anschließend werden offene Forschungsfragen von Schlaganfallbetroffenen und Angehörigen mittels Befragung erhoben, thematisch gebündelt, auf vorhandene Evidenz geprüft und in eine verständliche Longlist überführt. Diese wird im Rahmen einer weiteren Betroffenenbefragung priorisiert. Die identifizierten Prioritäten werden in einem Workshop mit Schlaganfallbetroffenen und (pflegenden) Angehörigen zu einer Top-10-Prioritätenliste konsentiert. Im Sinne des ENHR-Ansatzes werden Priorisierungskriterien entwickelt und angewendet, um relevante und praxisnahe Forschungsbedarfe zu identifizieren. Auf Basis der Prioritätenliste werden gemeinsam mit einem externen Beirat – bestehend aus Ärzten und Ärztinnen, Lotsen sowie Vertretern und Vertreterinnen von Krankenkassen – konkrete Forschungsfragen entwickelt. Die Ergebnisse werden über wissenschaftliche Publikationen, klinische Netzwerke sowie patientenorientierte Kommunikationskanäle verbreitet.