| Förderkennzeichen: | 01GN2621 |
| Fördersumme: | 210.674 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2028 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Stefan Leucht |
| Adresse: |
Klinikum der Technischen Universität München, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Ismaninger Straße 22 81675 München |
Depression ist eine häufige psychische Erkrankung, die mit einer erheblichen Belastung verbunden ist. Antidepressiva gehören zu den am häufigsten verschriebenen Behandlungen, können jedoch zu Nebenwirkungen führen, von denen viele von der Dosierung abhängen. Die derzeitigen Leitlinien unterscheiden nicht zwischen Frauen und Männern und empfehlen die gleiche Dosierungsspanne für beide. Dieses Vorgehen ignoriert wichtige physiologische Unterschiede, sowie andere geschlechtsspezifische Faktoren. Infolgedessen könnten Frauen unnötig hohen Dosen ausgesetzt sein und stärkere Nebenwirkungen, wie metabolische Störungen, erfahren. Die Unterschiede in der Wirkung von Antidepressiva zwischen Frauen und Männern sind jedoch noch unklar. Dies liegt zum Teil daran, dass die meisten bisherigen Einzelstudien nicht ausreichend leistungsfähig waren, um diese Unterschiede zu untersuchen, oder ihre Ergebnisse nicht nach Geschlecht getrennt berichteten, was verlässliche Schlussfolgerungen erschwert. Um dieses "Gender Data Gap" zu schließen, ist eine präzise abgestimmte individualdatenbasierte Dosis-Wirkungs-Netzwerk-Metaanalyse geplant. Diese ermöglicht es, geschlechtsspezifische Unterschiede in Wirksamkeit, Verträglichkeit und Dosierung von Antidepressiva zu untersuchen. Das Projekt hat das Potenzial, Leitlinien und Behandlungen für Menschen mit Depression deutlich zu verbessern und wird in Zusammenarbeit mit Organisationen für Patienten- und Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt, darunter die Patientenorganisation "Bündnis für psychisch Erkrankte", die Angehörigenorganisation "Angehöriger psychisch Kranker" sowie relevante Patientengruppen des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit. So wird sichergestellt, dass die Perspektiven der Betroffenen in alle Phasen des Projekts einbezogen werden.