Einzelprojekt

Geschlechtsspezifische Therapieansprechmuster in klinischen Studien zur Amyotrophen Lateralsklerose (Modul 1)

Förderkennzeichen: 01GN2616
Fördersumme: 207.531 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2028
Projektleitung: Prof. Dr. Paul Lingor
Adresse: Klinikum der Technischen Universität München, Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie
Ismaninger Str. 22
81675 München

Für Menschen mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) gibt es bisher nur wenige wirksame Behandlungen. Gleichzeitig ist bekannt, dass sich die Erkrankung bei Frauen und Männern in einigen Punkten unterscheidet. Ob Medikamente bei beiden Geschlechtern gleich gut wirken, wurde jedoch bislang kaum untersucht. Ziel dieses Projekts ist es, herauszufinden, ob Frauen und Männer unterschiedlich von ALS-Therapien profitieren. Dazu werden wichtige klinische Studien der letzten 20 Jahre systematisch ausgewertet. Es wird geprüft, wie viele Frauen und Männer an den Studien teilgenommen haben und ob die Ergebnisse getrennt nach Geschlecht berichtet wurden. Dadurch können bestehende Wissenslücken erkannt werden. Zusätzlich werden von den Leitungen abgeschlossener ALS-Studien anonymisierte Einzeldaten der Studienteilnehmerinnen- und teilnehmer angefordern. Diese Daten werden zusammengeführt und nach einheitlichen Kriterien ausgewertet. Dabei untersucht das Projekt unter anderem den Krankheitsverlauf, die Überlebenszeit, die Atemfunktion und mögliche Nebenwirkungen von Behandlungen. Mit modernen statistischen Verfahren wird analysiert, ob bestimmte Therapien bei Frauen und Männern unterschiedlich wirksam oder unterschiedlich gut verträglich sind. Außerdem wird geprüft, ob weitere Faktoren wie Alter, Krankheitsdauer oder die Art des Krankheitsbeginns dabei eine Rolle spielen. Das Studienprotokoll wird öffentlich registriert und veröffentlicht. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit Patientenvertreterinnen und Patientenvertretern diskutiert und verständlich aufbereitet. Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, die Behandlung von Menschen mit ALS stärker an den Bedürfnissen von Frauen und Männern auszurichten und die Planung zukünftiger klinischer Studien zu verbessern. Dadurch können bestehende Datenlücken geschlossen und die Grundlage für eine gerechtere und wirksamere medizinische Versorgung geschaffen werden.