| Förderkennzeichen: | 01GN2631 |
| Fördersumme: | 49.550 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2027 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Nicole Skoetz |
| Adresse: |
Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Institut für öffentliches Gesundheitswesen Kerpener Straße 62 50937 Köln |
Psychische Erkrankungen, insbesondere Depressionen, haben in den letzten Jahren in Deutschland stark zugenommen. 2023 zeigte etwa jede siebte erwachsene Person Anzeichen einer Depression. Die Prävalenz lag bei 13% bei Männern und 15% bei Frauen. Außerdem begehen etwa zwei Drittel aller Suizide Männer, häufig im Zusammenhang mit unbehandelter oder unzureichend behandelter Depression. Ein wesentlicher Grund für die Suizidrate ist die geringe Inanspruchnahme professioneller Hilfe. Schätzungen zufolge suchen sich etwa 60% der Menschen mit Depressionen keine professionelle Hilfe, darunter vor allem Männer. Internationale Studien belegen große, geschlechtsspezifische Ungleichheiten im Bereich Mental Health. Ein zentraler Unterschied liegt in der Bereitschaft zwischen Männern und Frauen, sich Hilfe bei depressiven Symptomatiken zu suchen, beeinflusst durch soziale und soziodemografische Faktoren. Wichtige Hindernisse sind die traditionelle Rollenbilder der Geschlechter sowie die Stigmatisierung, einerseits bezüglich psychischer Erkrankungen, die es Betroffenen erschwert offen über ihre Probleme zu sprechen, und andererseits der Inanspruchnahme von psychiatrischer oder psychotherapeutischer Hilfe für psychische Erkrankungen. Mit dem Projekt "STIGMA-II-G" sollen die Unterschiede zwischen Männer und Frauen im Hinblick auf Häufigkeit und Art der Nutzung von professioneller Hilfe bei depressiver Symptomatik in Deutschland genauer untersucht werden. Zusätzlich wird geprüft, inwiefern sich entstigmatisierende Maßnahmen, in Form von Videos und Texten, auf die Bereitschaft zur Hilfesuche zwischen den Geschlechtern auswirkt und wie die Verfügbarkeit von professioneller Hilfe wahrgenommen wird. Die Post-hoc-Analysen basieren auf den Daten der STIGMA-II-Studie und werden mittels bestimmter statistischer Verfahren (Chi2 und t-Tests, sowie logistische Regressionen) durchgeführt.