| Förderkennzeichen: | 01GN2623 |
| Fördersumme: | 211.566 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2027 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Annett Lotzin |
| Adresse: |
MSH Medical School Hamburg GmbH Am Kaiserkai 1 20457 Hamburg |
Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) und Substanzgebrauchsstörungen (z. B. Alkohol- oder Drogenprobleme) treten häufig gemeinsam auf. Wenn beide Erkrankungen zusammen auftreten, sind sie mit stärkerer Symptombelastung, geringerer Lebensqualität und einem höheren Rückfallrisiko verbunden als jede Erkrankung für sich. Daher gilt diese Kombination als besonders schwer zu behandeln. Obwohl es wirksame psychotherapeutische und medikamentöse Behandlungen gibt, ist bislang unklar, wie gut diese bei Menschen wirken, die an beiden Störungen gleichzeitig leiden. Frauen und Männer unterscheiden sich in vielen Aspekten dieser Erkrankungen, etwa darin, wie häufig sie auftreten, welche traumatischen Erfahrungen gemacht werden und wie sich die Erkrankungen entwickeln. Dennoch ist kaum bekannt, ob bestehende Behandlungen bei Frauen und Männern gleichermaßen gut wirken – insbesondere bei Menschen mit beiden Störungen. Diese Wissenslücke erschwert eine geschlechtersensible Behandlung. Ziel dieses Projekts ist es daher zu untersuchen, ob sich Behandlungsergebnisse zwischen Frauen und Männern unterscheiden. Dafür werden individuelle Daten von Teilnehmenden aus mindestens 36 randomisierten klinischen Studien mit mehr als 4.000 Patientinnen und Patienten zusammengeführt. Die Analyse solcher individuellen Daten ermöglicht genauere Aussagen über Behandlungseffekte als Analysen, die nur auf veröffentlichten zusammengefassten Studienergebnissen beruhen. Untersucht wird, wie stark Behandlungen die Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung und der Substanzgebrauchsstörung bei Frauen und Männern verringern und ob Unterschiede in der Behandlungsintensität, etwa in der Anzahl besuchter Therapiesitzungen oder der Medikamentendosis, die Behandlungsergebnisse geschlechtsspezifisch beeinflussen. Die Ergebnisse können dazu beitragen, Behandlungen stärker an die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten anzupassen und so die Versorgung von Menschen mit PTBS und Substanzgebrauchsstörungen zu verbessern.