Einzelprojekt

Geschlechtsbezogene Aspekte in der Palliativversorgung - prioritäre Forschungsfragen aus Sicht von Betroffenen, An- und Zugehörigen und haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden (Modul 3)

Förderkennzeichen: 01GN2636
Fördersumme: 358.811 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2028
Projektleitung: Prof. Dr. Heidrun Golla
Adresse: Georg-August-Universität, Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Palliativmedizin
Robert-Koch-Straße 40
37075 Göttingen

Palliativversorgung wird für den größten Teil der Bevölkerung als Patientin, Patient oder als An-/Zugehörige relevant. Trotz vieler Hinweise für die Existenz genderspezifischer Aspekte der Palliativversorgung, die für die Wirkung der Versorgung und das Erleben von Betroffenen unmittelbar relevant sind, fehlen hierzu systematische Untersuchungen. Eigene Vorarbeiten (u. a.) weisen darauf hin, dass Männer und Frauen unterschiedlich von palliativmedizinischer Intervention profitieren, und diese auch auf unterschiedliche Art und Weise in Anspruch nehmen. Gleichzeitig wird das Geschlecht selten außerhalb der Verteilung in Stichproben betrachtet. Auch fehlt die Betroffenenperspektive sowohl in den Studien selbst, als auch bei der Definition von Forschungsfragen. Im Rahmen des Vorhabens soll daher in einer "Priority Setting Partnership" (PSP), orientiert an der James Lind-Alliance, in einem partizipativen Prozess mit Betroffenen (Patientinnen, Patienten, Zugehörige, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende) die aus deren Perspektive wichtigsten Fragen zu geschlechtsspezifischen Aspekten in der Palliativversorgung herausgearbeitet werden. Dafür wird eine Steuerungsgruppe aus Betroffenen gebildet, die den Prozess begleitet, wobei der Perspektive von Patientinnen und Patienten sowie Zugehörigen besonderes Gewicht beigemessen wird. Im Rahmen einer Befragung von Betroffenen werden offene Forschungsfragen zu geschlechtssensiblen Aspekten in der Palliativversorgung identifiziert, im Anschluss zusammengefasst und durch Prüfung der Literatur festgestellt, ob sie bereits untersucht wurden. Die offenen Fragen werden in einem zweiten Survey durch Priorisierung zu einer "Short List" zusammengeführt, im Rahmen eines Workshops mit Betroffenen wird daraus eine "Top 10"-Liste erarbeitet. Diese wichtigsten Forschungsprioritäten werden öffentlich zugänglich publiziert, durch die Partnerorganisationen verbreitet und Fördergebern für gezielte Forschungsförderung zur Verfügung gestellt.