Einzelprojekt

Geschlechts- und genderspezifische Unterschiede in Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Opioiden bei Erwachsenen mit akuten sowie chronischen primären und sekundären Schmerzsyndromen (Modul 1)

Förderkennzeichen: 01GN2617
Fördersumme: 218.824 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2027
Projektleitung: Prof. Dr. Esther Pogatzki-Zahn
Adresse: Universität Münster, Universitätsklinikum, Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie
Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude 1
48149 Münster

Akute und chronische Schmerzen sind weit verbreitete Gesundheitsprobleme und stellen eine erhebliche Belastung für Betroffene und das Gesundheitssystem dar. Opioide werden häufig zur Behandlung moderater bis starker Schmerzen eingesetzt. Dennoch ist bislang unzureichend geklärt, ob sich Wirksamkeit und Nebenwirkungen dieser Medikamente zwischen Frauen und Männern unterscheiden. Hinweise aus der Literatur deuten darauf hin, dass Frauen häufig stärkere Schmerzen berichten und möglicherweise unterschiedlich auf opioidbasierte Schmerztherapien reagieren. Gleichzeitig berichten viele klinische Studien Ergebnisse nicht getrennt nach Geschlecht oder berücksichtigen Genderaspekte kaum. Für gender-diverse Personen liegen nahezu keine belastbaren Daten vor. Ziel der geplanten systematischen Übersichtsarbeit ist es, diese Wissenslücken zu untersuchen. Analysiert werden geschlechts- und genderspezifische Unterschiede in der Wirksamkeit und in den Nebenwirkungen von Opioiden bei Erwachsenen mit akuten Schmerzen sowie mit chronischen primären und sekundären Schmerzsyndromen. Berücksichtigt werden patientenzentrierte Endpunkte wie Schmerzintensität, körperliche Funktionsfähigkeit, Lebensqualität, Schmerzreduktion, Analgetikaverbrauch und opioidassoziierte Nebenwirkungen. Die Analyse basiert auf randomisierten kontrollierten Studien sowie vorhandenen systematischen Übersichtsarbeiten und Metaanalysen. Ziel ist es, mögliche Unterschiede systematisch zu identifizieren und Forschungslücken aufzuzeigen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, eine evidenzbasierte Grundlage für eine stärker individualisierte und geschlechtersensible Schmerztherapie zu schaffen und bestehende Ungleichheiten in der Versorgung von Schmerzpatientinnen und -patienten zu reduzieren.