| Förderkennzeichen: | 01GN2641 |
| Fördersumme: | 254.272 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2028 |
| Projektleitung: | PD Dr. Anke Salmen |
| Adresse: |
Ruhr-Universität Bochum, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Katholisches Klinikum Bochum gGmbH, St. Josef-Hospital, Klinik für Neurologie Gudrunstr. 56 44791 Bochum |
Ziel des Vorhabens FEM-MS ist die systematische Identifikation, Priorisierung und Veröffentlichung der dringlichsten Forschungsfragen zur geschlechtersensiblen Diagnostik, Therapie und Versorgung von Frauen mit Multipler Sklerose (MS). Der Prozess wird gemäß den methodischen Standards der James Lind Alliance (JLA) durchgeführt und folgt damit einem etablierten, transparenten und partizipativen Verfahren zur Prioritätensetzung durch Patientinnen, Angehörige und Gesundheitsfachpersonen. Die Priority Setting Partnership (PSP) adressiert geschlechtsspezifische Unterschiede in Symptomatik, Krankheitsverlauf und Therapieansprechen über den gesamten Lebensverlauf hinweg. Ein Fokus liegt auf hormonellen Einflüssen wie Menstruationszyklus, Schwangerschaft, Postpartum-Phase sowie Perimenopause und Wechseljahren, da diese Phasen mit relevanten Veränderungen der Krankheitsaktivität und des Therapiebedarfs verbunden sein können. Darüber hinaus werden geschlechterspezifische Nebenwirkungen von MS-Therapien sowie Therapieentscheidungen im Kontext von Schwangerschaft und Stillzeit berücksichtigt. Ebenso werden alters- und geschlechtsbezogene Komorbiditäten bei MS, beispielsweise Osteoporose, systematisch einbezogen. Psychosoziale Aspekte, die speziell MS-Patientinnen betreffen, sind ebenfalls Gegenstand der Prioritätensetzung. Intersektionale Unterschiede, etwa in Bezug auf Alter, Migration, Behinderung oder LGBTQIA+-Zugehörigkeit, werden dabei als potenzielle moderierende Faktoren berücksichtigt, jedoch nicht als eigenständige zweite Zielpopulation definiert. Durch diesen strukturierten und partizipativen Prozess wird eine konsentierte Top-10-Prioritätenliste erarbeitet. Diese bildet eine belastbare Grundlage für zukünftige klinische Studien, Förderstrategien und gesundheitspolitische Entscheidungen und trägt konkret dazu bei das Gender Data Gap in der MS-Forschung zu reduzieren sowie eine evidenzbasierte, geschlechtersensible Versorgung von Frauen mit MS nachhaltig zu stärken.