Einzelprojekt

ADHS bei Mädchen und Frauen: Priority Setting Partnership zur sex- und gendersensiblen Diagnostik und Therapie (Modul 3)

Förderkennzeichen: 01GN2645
Fördersumme: 173.541 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2028
Projektleitung: Prof. Dr. Kerstin Krauel
Adresse: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg

Das Ziel dieses Projekts ist es, herauszufinden, welche Forschungsfragen aus Sicht der betroffenen Mädchen*, Frauen*, Betreuenden sowie Ärztinnen und Ärzte als besonders wichtig erachtet werden, um die Diagnose und Behandlung von ADHS zu verbessern. Das Projekt konzentriert sich auf die Personen, die in klinischen Studien bisher unterrepräsentiert waren. Obwohl die Studie Personen unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität einbezieht, wird im gesamten Vorhaben der Begriff "Mädchen*/Frauen* verwendet. Das Sternchen * weist darauf hin, dass dieser Begriff sowohl cisgeschlechtliche Frauen und Mädchen als auch trans*- und nicht-binäre Personen umfasst, die geschlechtsspezifische biologische Prozesse wie Menstruation, hormonelle Zyklusveränderungen, Schwangerschaft oder Menopause durchlaufen. Durch die Integration der Lebenserfahrungen betroffener Personen mit dem Fachwissen von medizinischem Fachpersonal zielt das Projekt darauf ab, wichtige Wissenslücken zu identifizieren und zukünftige Forschungsarbeiten zu informieren, um Diagnoseprozesse und Behandlungsansätze zu verbessern. Patientinnen* und Patientinnenvertreterinnen* werden über die gesamte Priority Setting Partnership (PSP) hinweg aktiv und gleichberechtigt eingebunden. Die Beteiligung orientiert sich an den etablierten Prinzipien der James Lind Alliance (JLA), die eine kontinuierliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen vorsieht. Die Datenerhebung erfolgt über Online-Fragebögen, die es den Teilnehmerinnen* ermöglichen, ihre Erfahrungen mit Diagnose, Behandlung und Alltag offen zu schildern. Auf Basis dieser Informationen werden die zentralen Forschungslücken priorisiert. Die Ergebnisse der PSP sollen in eine priorisierte Liste von Top-10-Forschungsfragen münden, die als Entscheidungsgrundlage für zukünftige geschlechtersensible klinische Studien, Interventionsentwicklungen und Versorgungsstrategien dienen.