28.01.2026

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Schlafkrankheit: Heilung für Beni

Das Medikament Fexinidazol wirkt innerhalb von wenigen Tagen gegen die Schlafkrankheit – ohne schmerzhafte Spritzen und starke Nebenwirkungen. Möglich wurde die Entwicklung durch eine Produktentwicklungspartnerschaft mit Förderung durch das BMFTR.

Startseite des Filmes „Beni: Surviving Sleeping Sickness“.

Die Schlafkrankheit ist in Afrika südlich der Sahara weit verbreitet. Ein Filmbeitrag berichtet über die Entwicklung eines Medikaments, das Betroffenen helfen kann.

DNDi

Benis Geschichte macht Mut, auch wenn sie traurig beginnt: Der Junge aus Bandundu in der Demokratischen Republik Kongo ist zwölf Jahre alt, als er nach einem Stich durch die Tsetse-Fliege an der Afrikanischen Trypanosomiasis – der sogenannten „Schlafkrankheit“ – erkrankt. Dabei werden Einzeller übertragen, die das Gehirn infizieren und schädigen können. Ohne Behandlung kommt es zu Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Koma und schließlich zum Tod. Doch Beni kann geholfen werden – und zwar mit dem Medikament Fexinidazol, das im Gegensatz zu anderen Wirkstoffen einfach als Tablette einzunehmen ist und ohne schwere Nebenwirkungen hilft. Der Film „Beni: Surviving Sleeping Sickness“ erzählt die Geschichte von Infektion, Behandlung und Heilung – und er zeigt, wie sehr Gesundheitsforschung das Leid von Betroffenen lindern kann. Heute spielt Beni wieder Fußball mit seinen Freunden und freut sich auf die Schule.

Der Film „Beni: Surviving Sleeping Sickness“ ist auf Youtube verfügbar:

Beni: Surviving Sleeping Sickness

Initiative DNDi: hinsehen, helfen, heilen

Möglich wurde die Entwicklung des neuen Medikaments durch die unter anderem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Produktentwicklungspartnerschaft DNDi.  Die Umsetzung dieser Förderung übernimmt die KfW Entwicklungsbank. Die Abkürzung DNDi kommt aus dem Englischen und steht für „Drugs for Neglected Diseases initiative“. Vor über 20 Jahren von sieben Partnern, unter ihnen die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, als gemeinnützige Nichtregierungsorganisation gegründet, kann DNDi auf eine beeindruckende Geschichte zurückblicken. Seit 2003 hat DNDi zwölf Therapien für oft tödlich verlaufende Krankheiten bereitgestellt, unter anderem für die durch Sandmücken ausgelöste viszerale Leishmaniose (Kala-Azar), die insbesondere das Knochenmark, Lymphknoten, Leber und Milz befällt. Mit diesen Therapien, die sich an den Bedürfnissen der betroffenen Kranken orientieren, konnten Millionen Leben gerettet werden.

30. Januar – Welttag der vernachlässigten Tropenkrankheiten

Die Afrikanische Trypanosomiasis („Schlafkrankheit“) ist eine der sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich am 30. Januar mit einem Aktionstag in den Fokus gerückt werden. Zu diesen vernachlässigten Tropenkrankheiten (engl.: Neglected Tropical Diseases, NTD) zählt die WHO rund 20 Erkrankungen, die meist infektiöse Ursachen haben. Weltweit sind fast zwei Milliarden Menschen von NTD betroffen und beinahe genauso viele von ihnen bedroht. Trotz vieler Fortschritte finden die Erforschung und Bekämpfung dieser Krankheitsgruppe aber noch immer zu wenig Beachtung, denn sie treten vornehmlich in tropischen Regionen und Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen auf. Für ihre Behandlung gibt es keine oder nur wenige Medikamente, und diese sind für die Betroffenen häufig nicht zugänglich oder bezahlbar. Aufgrund der schwachen Wirtschaftskraft in den betroffenen Ländern fehlt pharmazeutischen Unternehmen der Anreiz zur Entwicklung entsprechender Medikamente; deshalb kommt öffentlich geförderten Produktentwicklungspartnerschaften wie der vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützten Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi) herausragende Bedeutung zu.