| Förderkennzeichen: | 01KU2607 |
| Fördersumme: | 299.704 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Nicole Bechmann |
| Adresse: |
Universität Bielefeld, Medizinische Fakultät OWL Morgenbreede 1 33615 Bielefeld |
Das papilläre Nierenzellkarzinom (pRCC) ist ein heterogener Tumor mit unterschiedlichen molekularen Treibern und variabler Aggressivität. Während eine Operation in frühen Stadien kurativ sein kann, ist die metastasierte Form wenig erforscht und wird unspezifisch behandelt, was zu unzureichenden Therapieerfolgen führt. Die meisten Therapieansätze basieren auf Studien zum klarzelligen Nierenzellkarzinom, das andere klinische Merkmale und genetische Hintergründe als das pRCC aufweist. Vorläufige Daten zeigen, dass ein Drittel der pRCC einen Stoffwechseldefekt aufweist, der zur Aktivierung von Hypoxie-induzierbaren Faktoren, Tumorangiogenese, Immunzellinfiltration und einem erhöhten Metastasierungsrisiko führt. Dies deutet auf eine Sensitivität gegenüber Antiangiogenetika und Immuntherapie hin und unterstreicht den Bedarf an personalisierten Behandlungsansätzen. Das Ziel von pRCC-TREAT ist es, die Behandlung des metastasierten pRCC durch molekulare und metabolische Analyse der Erkrankung zu verbessern. Neue prädiktive Biomarker für das Therapieansprechen sowie therapeutische Zielstrukturen sollen identifiziert werden. Gleichzeitig soll die weltweit größte Datensammlung für metastasierte pRCC aufgebaut werden. Multi-Omics-Daten werden mit Therapiedaten und Sensitivitätsdaten für unterschiedliche Wirkstoffe aus pRCC-Modellen integriert, um neue molekulare Signaturen für eine optimierte Therapieauswahl zu generieren. An der Uni Bielefeld werden hierzu präklinische pRCC-Modell für die Medikamententestung entwickelt, sowie Untersuchungen des Tumorproteoms und -metaboloms durchgeführt. pRCC-TREAT ist eine wegweisende Initiative zur personalisierten Behandlung des metastasierten pRCC, einer unzureichend definierten Erkrankung, die innovative Strategien benötigt. Das Vorhaben ist Teil des transnationalen Verbundprojekts "pRCC-TREAT" der Förderinitiative "EP PerMed". Der Verbund wird durch eine spanische Arbeitsgruppe koordiniert und hat insgesamt sechs Projektpartner.