Einzelprojekt

Nationale klinische Studiengruppe (NKSG) Post-COVID-Syndrom und ME/CFS - Phase 2

Förderkennzeichen: 01EP2601
Fördersumme: 7.999.049 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Institut für Medizinische Immunologie
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

Post-akut infektiöse Syndrome (PAIS) treten nach verschiedenen Infektionskrankheiten auf. Das Post-COVID-Syndrom (PCS) ist inzwischen die häufigste Form von PAIS und betrifft ungefähr 5% der Personen nach mildem COVID-19. Auch für die komplexe und schwerwiegende Erkrankung ME/CFS ist COVID-19 inzwischen der häufigste Auslöser. Die zugrundeliegenden Pathomechanismen von PAIS sind heterogen und bislang nur unzureichend verstanden und es existieren keine kausalen Therapien. In der ersten Förderphase seit 2022 wurde die NKSG als Plattform für klinische Studien und translationale Forschung mit dem Ziel der Entwicklung von Therapien für PCS und ME/CFS aufgebaut. Es wurden drei randomisierte kontrollierte Studien (RCT) und zwei Phase-II-Studien initiiert, mit dem Ziel, zentrale Pathomechanismen in definierten Patientenuntergruppen zu adressieren. Diese Studien untersuchten die Entfernung von Autoantikörpern durch Immunadsorption, die Wirksamkeit von durchblutungssteigernden Medikamenten oder prüften, ob das Atmen reinen Sauerstoffs unter Überdruckbedingungen den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann (hyperbare Sauerstofftherapie). Begleitend erfolgte eine umfassende Biomarker- und Diagnostik-Analyse, um prognostische Marker für das Therapieansprechen zu identifizieren und das Verständnis der Pathomechanismen zu vertiefen. Die bisherigen Ergebnisse der NKSG weisen darauf hin, dass Autoantikörper und Entzündung zentrale pathogenetische Faktoren von PCS und ME/CFS sind. Daraus ergibt sich für die zweite Phase ein Fokus auf Medikamente, die durch die vorübergehende Depletion von autoantikörperproduzierenden Zellen eine nachhaltige Verbesserung ermöglichen, sowie auf einen immun- und neuromodulatorischen Ansatz mit hohem therapeutischem Potenzial. Die Medikamentenstudien werden erneut von einer umfassenden Biomarkeranalyse begleitet, um prädiktive Marker für das Therapieansprechen und Begleitdiagnostika zu identifizieren und validieren.