| Förderkennzeichen: | 01GG2601 |
| Fördersumme: | 27.840.696 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2028 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Annette Peters |
| Adresse: |
NAKO e.V. Am Taubenfeld 21/2 69123 Heidelberg |
Postinfektiöse Erkrankungen (PE) können nach verschiedenen Infektionen auftreten und betreffen weltweit Millionen Menschen. Am bekanntesten sind Long COVID und die Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS). Diese Erkrankungen sind hochkomplex und betreffen verschiedene Organsysteme. Sie können die Lebensqualität der Betroffenen massiv einschränken. PE sind eine Herausforderung für die moderne Medizin. Aufgrund fehlender Kenntnisse über die Krankheitsursachen und -mechanismen sind diese Erkrankungen im chronischen Stadium derzeit weder gut behandel- noch heilbar.
Mit der Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen soll daher eine langfristige Forschungsstrategie geschaffen werden, um Ursachen, Mechanismen, Diagnostik, Therapie und Ansätze zur Prävention systematisch zu erforschen – mit dem Ziel, die Perspektive der Patientinnen und Patienten zu verbessern. In einer ersten Maßnahme soll die Datengrundlage für die Forschung, basierend auf bestehenden Patientenkohorten der NAKO Gesundheitsstudie (NAKO) und des Netzwerkes Universitätsmedizin (NUM), verbessert werden.
Ziel des vorliegenden Vorhabens ist die Erweiterung der Datenbasis der NAKO für die zukünftige Forschung zu postinfektiösen Erkrankungen auf drei Ebenen: Erstens sollen bei 25.000 NAKO-Teilnehmenden ohne PE Informationen zum Erbgut (Ganzgenom) und zu einer breiten Palette an Antikörpern gegen relevante Erreger von Infektionskrankheiten erzeugt werden. Diese können in zukünftigen Forschungsprojekten als bevölkerungsbezogene Referenzgruppe dienen, um Profile von Erkrankten aus anderen Studien mit den Profilen der Gesunden zu vergleichen. Zweitens sollen Erbgut und Antikörper für etwa 20.000 NAKO‑Teilnehmende mit gesicherter PE bzw. ME/CFS bestimmt werden, um die medizinische Datengrundlage über Erkrankte zu verbessern. Drittens sollen 4.250 PE‑Erkrankte und 4.250 Nicht-Erkrankte für eine Fall-Kontroll-Studie umfassend molekular charakterisiert werden: Geplant sind Erbgut- und Antikörperanalysen auch Autoantikörperbestimmungen sowie weitere Laboranalysen auf verschiedenen molekularen Ebenen. Die im Projekt erzeugten Daten sollen der Forschung zu postinfektiösen Erkrankungen über eine sichere Datenverarbeitungsumgebung zur Verfügung gestellt werden.