06.10.2026

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Langsamer altern dank gesunder Ernährung

Eine gesunde Ernährung kann das biologische Altern verlangsamen. Dabei ist nicht nur die eine „richtige“ Diät entscheidend, ergab eine Analyse des DZNE auf Basis der Rheinland Studie.

Unterschiedliche Gemüse, Nüsse und Körner sind auf einem Brett angerichtet.

Egal ob „mediterran“ oder „nordisch“ geprägt – nicht eine besondere Diät trägt dazu bei, das biologische Altern zu verlangsamen, sondern eine gesunde Ernährung allgemein.

monticellllo/Adobe Stock

Forschende am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) untersuchten zehn als gesund geltende Ernährungsformen und deren Einfluss auf ein gesundes Altern. Ihr Befund: Alle Ernährungsstile – darunter die sogenannte DASH-Diät, die zur Senkung des Blutdrucks entwickelt wurde, und die als „mediterran“ und als „nordisch“ bezeichneten Diäten – tragen dazu bei, biologische Alterungsprozesse im Körper zu verlangsamen. Als Maßstab dafür dienten alterstypische Veränderungen der Erbsubstanz.

„Die Effekte sind nicht riesig, aber messbar und bedeutsam für die Prävention. Denn durch Verlangsamung des Alterungsprozesses lässt sich das Risiko altersbedingter Erkrankungen wie Demenz oder Herz-Kreislauf-Störungen verringern“, sagt Prof. Monique Breteler, Direktorin für Populationsbezogene Gesundheitsforschung am DZNE und Leiterin der Rheinland Studie. Wichtig sei, dass es wahrscheinlich nicht nur die eine „richtige“ Diät gebe, so Breteler – und damit auch Spielraum, gesunde Ernährung an persönliche und kulturelle Vorlieben, Budget und Geschmack anzupassen.

Blutproben und Ernährungsgewohnheiten von rund 7.500 Menschen analysiert

Für ihre Analyse werteten die Forschenden Blutproben und Ernährungsgewohnheiten von rund 7.500 Frauen und Männern aus, zunächst jene von 6.470 Teilnehmenden an der Bonner Rheinland Studie des DZNE. Ihre Analyse wurde anhand von rund 1.000 Probanden der „EPIC-Potsdam-Studie“ des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) bestätigt.

Aus Blutproben bestimmte das Team um Breteler chemische Veränderungen der Erbsubstanz, die fachsprachlich als DNA-Methylierungsmuster bezeichnet werden. Diese molekularen Markierungen verändern sich systematisch im Laufe des Lebens und beeinflussen biologische Mechanismen wie zum Beispiel die Zellstruktur, zelluläre Kommunikation und Stoffwechsel – Prozesse also, die bei Alterung und chronischen Krankheiten eine zentrale Rolle spielen.

Die Forschenden verglichen zudem die Ernährungsgewohnheiten der Probanden mit den Empfehlungen aller zehn untersuchten Diäten. „Obwohl es messbare Unterschiede zwischen den Diäten gibt, sind diese absolut gesehen bescheiden. Was zählt, ist das Gesamtbild“, bestätigt Juliana Tavares, Doktorandin am DZNE und Erstautorin der im Fachmagazin Nature Communication veröffentlichten Studie.

Eine bemerkenswerte Erkenntnis für die Forschenden: Der Zusammenhang zwischen Ernährungsqualität und langsamerem biologischen Altern war bei Menschen, die rauchten, besonders ausgeprägt – obwohl diese sich keineswegs gesünder ernährten als Nichtraucher. Die biologische Ursache dafür ist noch offen. „Rauchen ist sehr gesundheitsschädlich“, sagt Tavares. „Und weil dem so ist, könnten Menschen, die rauchen, vielleicht mehr von gesunder Ernährung profitieren. Das ist eine mögliche Erklärung für unseren Befund.“

Das DZNE zählt zu den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft. Es ist eines der weltweit führenden Forschungszentren für neurodegenerative Erkrankungen. Dazu gehören Alzheimer, Parkinson und ALS, die mit Demenz, Bewegungsstörungen und anderen schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Gesundheit einhergehen. Das DZNE trägt maßgeblich zur Entwicklung neuer Strategien der Prävention, Diagnose, Versorgung, Behandlung und Pflege dieser Erkrankungen bei – und zu deren Überführung in die Praxis. Das DZNE wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und den Bundesländern gefördert, in denen die Standorte des DZNE angesiedelt sind.
Weitere Informationen: https://www.dzne.de

Originalveröffentlichung:

Tavares, J. F. et al. (2026): Associations between diet quality, epigenetic aging and epigenome in two population-based cohorts. Nature Communications (29.08.2026). DOI:10.1038/s41467-026-77064-4