| Förderkennzeichen: | 01KG2507 |
| Fördersumme: | 3.018.143 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2028 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Timo Siepmann |
| Adresse: |
Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik für Neurologie Fetscherstr. 74 01307 Dresden |
Etwa ein Drittel aller Schlaganfälle betrifft Menschen, die bereits zuvor einen erlitten haben. Besonders in den ersten Tagen danach ist das Risiko für einen weiteren Schlaganfall hoch. In der Akutbehandlung wird das ursächliche Blutgerinnsel entweder durch ein über die Vene verabreichtes Medikament aufgelöst oder mithilfe eines Katheters direkt aus dem Gefäß entfernt. Beide Methoden können auch kombiniert werden. Zur Vorbeugung eines erneuten Schlaganfalls kann bei bestimmten Patientinnen und Patienten eine sogenannte duale Plättchenhemmung eingesetzt werden. Dabei kommen zwei Medikamente zum Einsatz, die verhindern, dass Blutplättchen verklumpen und neue Gerinnsel entstehen. Studien zeigen, dass diese Therapie nach leichten Schlaganfällen ohne vorherige Akutbehandlung wirksam sein kann. Ob sie jedoch auch nach einer der genannten Akutbehandlungen sinnvoll ist, ist bislang unklar. Genau dieser Frage geht die deutschlandweite klinische Studie POTENTIAL nach. Teilnehmen können Erwachsene mit leichtem Schlaganfall, die eine oder beide Akutbehandlungen erhalten haben. Nach einer Bildgebung zum Ausschluss einer Hirnblutung werden die Teilnehmenden per Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhält 21 Tage lang eine duale Plättchenhemmung mit Acetylsalicylsäure und Clopidogrel, die andere Gruppe erhält nur Acetylsalicylsäure als Standardtherapie. Zu Studienbeginn erfolgen eine ärztliche Untersuchung und eine Kernspintomographie des Kopfes. Beide Untersuchungen werden nach drei bis vier Wochen wiederholt. Zusätzlich finden eine Woche und drei Monate nach Studieneintritt telefonische Nachbefragungen statt. Insgesamt sollen über 2.000 Patientinnen und Patienten teilnehmen, um verlässlich beurteilen zu können, ob unter der dualen Plättchenhemmung seltener neue Schlaganfälle auftreten.