Die Fördermaßnahme „Aufbau von Industrie-in-Klinik-Plattformen zur Entwicklung innovativer Medizinprodukte“ zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen Medizintechnik-Unternehmen und Kliniken zu intensivieren.

Industrie-in-Klinik-Plattformen intensivieren die Kooperation von Unternehmen und forschenden Ärztinnen und Ärzten.
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Im Rahmen der Förderung soll industrielle Forschungs- und Entwicklungsarbeit direkt in das klinische Umfeld integriert werden. So lässt sich die Expertise von Ärztinnen und Ärzten besser nutzen und die Entwicklung von Medizinprodukten sowie Prozessinnovationen praxisnäher, schneller und bedarfsorientierter gestalten. Das BMFTR fördert Infrastrukturen, Organisationseinheiten und FuE-Dienstleistungen, die es insbesondere jungen und etablierten Unternehmen ermöglichen, Innovationen im klinischen Alltag zu entwickeln, zu testen und gegebenenfalls zu zertifizieren. Insgesamt soll der Wissenstransfer aus der klinischen Versorgung in die Wirtschaft verbessert, die Patientenversorgung gestärkt und die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Medizintechnik in Deutschland erhöht werden.
Von 2016 bis 2019 förderte das BMFTR vier Plattformen, die ihre Arbeit über den Förderzeitraum hinaus bis heute fortsetzen, sich aber gegebenenfalls inzwischen neu ausgerichtet haben können. Zurzeit fördert das BMFTR sieben Plattformen, die ihre Aktivitäten auch über das Ende des Förderzeitraums hinaus fortsetzen sollen.
Weitere Informationen:
Richtlinie zum „Aufbau von Industrie-in-Klinik-Plattformen zur Entwicklung innovativer Medizinprodukte“
Industrie-in-Klinik-Plattformen
CEED verbindet Medizintechnik-Unternehmen mit interprofessioneller klinischer Expertise direkt an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, ermöglicht Unternehmen realistische Einblicke in den Versorgungsalltag und dem medizinischen Personal die Teilnahme an Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Das Ziel: Innovationen können reibungsloser in den Klinikalltag integriert und anschließend angewendet werden, was nicht nur die Versorgung und Sicherheit von Patientinnen und Patienten verbessert, sondern auch die Attraktivität der klinischen Arbeitsplätze erhöht.
https://ceed.charite.de/
Die Plattform bietet Zugang zu Expertinnen und Experten aus Medizin und Pflege („FastTrack Clinic”), Regulatorik („Fast-Track Certification”) sowie Finanzierung und Geschäftsentwicklung („FastTrack Venture Building”). Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Zusammenarbeit mit Kliniken und medizinischen Dienstleistern, denn diese birgt großes Potenzial für Innovationen und die Verbesserung der Versorgungsqualität von Patientinnen und Patienten.
https://fasttrackmedtech.de/
Investitionen in Digital-Health-Produkte sind neben dem technologischen Risiko, das allen Technologieprodukten immanent ist, mit regulatorischen Unsicherheiten und schwer berechenbaren Verwertungsszenarien verbunden. Während der BMFTR-Förderung von 2017 bis 2018 hat der Flying Health Incubator kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützt, Medizinprodukte für digitale Diagnose- und Therapieangebote zu entwickeln und in den ersten Gesundheitsmarkt einzutreten. Die Förderung ist inzwischen beendet. Über die aktuelle Ausrichtung der Plattform können Sie sich hier informieren:
https://www.flyinghealth.com/de/
Die Plattform unterstützt die Industrie mit folgenden Dienstleistungen:
Durch den Aufbau des 3D-Makerspace, eines an der Universitätsklinik Heidelberg angesiedelten Zentrums für additive Fertigung, sollen patientenspezifische Implantate schneller und kosteneffizienter gefertigt werden.
https://www.inventor-heidelberg.de/
Die Plattform „Klinisches Innovationszentrum für Medizintechnik Oldenburg (KIZMO)“ setzte sich während der BMFTR-Förderung von 2017 bis 2028 zum Ziel, kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung von Medizinprodukten speziell im Bereich HNO-Heilkunde, Neurochirurgie und Phoniatrie (Stimmheilkunde) zu unterstützen. Der Fokus lag dabei auf der Entwicklung von Tools, die die Mensch-Maschine-Schnittstellen adressieren. Das kooperierende Evangelische Krankenhaus Oldenburg beheimatet mehrere Abteilungen des Universitätsklinikums Oldenburg, die in den Fachgebieten HNO-Heilkunde, Neurochirurgie und Phoniatrie große Expertise vorweisen können. Die Förderung ist inzwischen beendet. Über die aktuelle Ausrichtung der Plattform können Sie sich hier informieren:
https://www.kizmo.eu/
Die Industrie-in-Klinik-Plattform M3i (Münchner Modell Medizininnovation) war während der BMFTR-Förderung von 2016 bis 2019 ein am Klinikum Innenstadt der Ludwig-Maximilians-Universität München angesiedelter und in das klinische Umfeld integrierter Dienstleister. Im Fokus standen chirurgische Anwendungsgebiete im Bereich der Muskuloskeletal- und Viszeralchirurgie sowie der interventionellen Kardiologie. Hier bot M3i Simulationsumgebungen in Operationssälen, um Innovationen in der simulierten Alltagssituation zu testen. Die Förderung ist inzwischen beendet. Über die aktuelle Ausrichtung der Plattform können Sie sich hier informieren:
https://www.m3i-muenchen.de/de/
Während der BMFTR-Förderung von 2016 bis 2017 bot die MEC-ABC (Medical Care and Product Development in Aachen – Bonn – Cologne) zum einen Dienstleistungen zur Anpassung von Produkten an klinische und patientenorientierte Anforderungen und zum anderen die klinische Bewertung und frühzeitige Entwicklung von Erstattungsstrategien an. Dabei lag das Hauptaugenmerk darauf, den Entwicklungsprozess von Beginn an effizient und effektiv zu gestalten und damit den Zugang zum Markt zu erleichtern. Die Förderung ist inzwischen beendet. Über die aktuelle Ausrichtung der Plattform können Sie sich hier informieren:
https://mec-abc.de/
Die Dienstleistungen der Plattform sollen den Unternehmen Zugang zu Kliniken und damit zu klinischen Studien in der Oralmedizin eröffnen. Außerdem sollen es verschiedene Formate auch Personen ohne medizinischen Hintergrund ermöglichen, Einblicke in den sonst unzugänglichen Versorgungsalltag von Kliniken zu gewinnen. Auch umgekehrt soll ein Austausch stattfinden, etwa indem innovativ tätige Medizinerinnen und Mediziner leichten Zugang in die Unternehmen finden. Über neue Netzwerke aus Zahnkliniken und -praxen sollen große Datenvolumen bereitgestellt werden können.
https://meceor.de/
Diese Plattform hat das BMFTR von 2022 bis 2025 gefördert. Mithilfe der Plattform konnten Unternehmen direkten Kontakt zu klinischem Fachpersonal aufnehmen. Die mediMESH GmbH entwickelte zudem eine Software zur digitalen Umfeldanalyse, die den klinischen Alltag in die Entwicklungsstätten der Medizintechnikunternehmen bringt. Zentraler Baustein war eine digitale Bibliothek mit Videos von verschiedenen medizinischen Eingriffen aus unterschiedlichen Kliniken. So konnten sich die Produktentwicklerinnen und -entwickler aus diversen Perspektiven einen genauen Eindruck über den klinischen Workflow verschaffen. Die Förderung ist inzwischen beendet. Über die aktuelle Ausrichtung der Plattform können Sie sich hier informieren:
https://medi-mesh.webflow.io/
Entwicklerinnen, Entwickler und Herstellende von Medizintechnik für die neurovaskuläre und neurorehabilitative Medizin sollen sich künftig in einem neuen Netzwerk zusammenfinden können. Die neuroMIT-Plattform der MedEcon Ruhr GmbH baut auf folgenden Eckpfeilern auf: Beteiligt ist zum einen das Neurovaskuläre Netzwerk Ruhr, ein Verbund von 22 in der Schlaganfallversorgung tätigen neurologischen Kliniken des Ruhrgebietes. Auch der MedEcon Ruhr e.V., ein Netzwerk der Gesundheitswirtschaft in Deutschlands größtem Ballungsraum, mit über 170 Mitgliedern aus allen Bereichen der Gesundheitswirtschaft, bringt sich ein.
neuroMIT | MedEcon Ruhr
In einer neuen sogenannten „Zentralstelle für Innovation in der Medizintechnik (ZIMT)” sollen Wege gefunden werden, Medizintechnik-Unternehmen zielgerichtet in die Kliniken zu bringen. Im Rahmen des Projekts wird eine Plattform etabliert, die einen sicheren und datenschutzkonformen Zugang zu klinischen Daten für Forschung, Entwicklung und Nachmarktbeobachtung schafft. Sie soll der Industrie einen „One-stop-Shop“ als Dienstleistung anbieten, um die Produktentwicklung in Kooperation mit Kliniken und Dienstleistern zu vereinfachen.
MedTech Plattform & Innovation | AIM – Klinische Kooperation