| Förderkennzeichen: | 01KG2503 |
| Fördersumme: | 1.982.494 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2030 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Martin Weiss |
| Adresse: |
Eberhard Karls Universität Tübingen, Universitätsklinikum Tübingen, Universitäts-Frauenklinik, Department für Frauengesundheit Calwerstr. 7 72076 Tübingen |
Eine anhaltende Infektion des Gebärmutterhalses (Cervix uteri) mit Hochrisikostämmen des humanen Papillomavirus (HPV) führt häufig zu präkanzerösen zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN 1-3). Eine aktuelle dänische Studie mit mehr als 20.000 Patientinnen konnte zeigen, dass Frauen mit unbehandelten CIN 2 Läsionen nach 20 Jahren ein deutlich erhöhtes Risiko für ein Zervixkarzinom haben. Exzisionsverfahren (LLETZ) sind invasiv, führen zu einem erheblichen Gewebeverlust, der mit einer verminderten Fruchtbarkeit und einem erhöhten Risiko für nachfolgende Schwangerschaften einhergeht. Sowohl die chirurgische Überbehandlung als auch die Unterbehandlung durch Abwarten stellen ein Dilemma in der Patientenversorgung dar. Eine neue nicht-invasive Behandlungsmöglichkeit ist die nicht-invasive physikalische Plasmabehandlung (NIPP), die in zwei monozentrischen Proof-of-Principle-Studien erfolgreich für die CIN Behandlung eingesetzt wurde. Das innovative NIPP-Verfahren vereint eine schonende, topische und onkologisch sichere Behandlung ohne Verlust von Gebärmutterhalsgewebe. NIPP wird ambulant und ohne Anästhesie durchgeführt. Das NIPP-Verfahren schließt damit die Lücke zwischen der Unterbehandlung von CIN 2 mit erhöhtem Krebsrisiko, und der Überbehandlung vieler junger Frauen mit invasiven LLETZ-Verfahren. Primäres Ziel des Studienvorhabens ist der Nachweis der Überlegenheit des NIPP-Verfahrens gegenüber dem derzeitigen klinischen Standard der aktiven Überwachung durch die histopathologische Evaluation und Vergleich der CIN 2-Remissionsraten. Ein weiteres Ziel ist der Nachweis einer verbesserten Lebensqualität durch Bereitstellung eines alternativen nicht-invasiven Behandlungsansatzes. Nach positiver Evaluation im Rahmen der multizentrischen, prospektiven, kontrollierten, randomisierten und einfach verblindeten klinischen Studie soll das NIPP-Verfahren als Standardverfahren für die Behandlung von CIN 2 künftig Frauen weltweit zur Verfügung stehen.