| Förderkennzeichen: | 01KG2508 |
| Fördersumme: | 3.450.758 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2030 |
| Projektleitung: | Dr. Rosa Klotz |
| Adresse: |
Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Chirurgische Klinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie Im Neuenheimer Feld 420 69120 Heidelberg |
Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland, und eine Operation ist zur Heilung notwendig. Bisher liegt bei der chirurgischen Behandlung der Fokus jedoch kaum darauf, Patientinnen und Patienten gezielt auf die Operation vorzubereiten und ihren Gesundheitszustand bereits vor dem Eingriff zu verbessern. Eine Prähabilitation, die Maßnahmen zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit, des Ernährungszustands und der psychischen Gesundheit vor der Operation umfasst, kann möglicherweise zu einer schnelleren Genesung nach der Operation führen. Dieses Konzept ist jedoch bislang weder in der klinischen Praxis etabliert, noch die Wirksamkeit ausreichend wissenschaftlich untersucht. In einem kürzlich durchgeführten Projekt zur Patientenbeteiligung (Priority Setting Partnership) identifizierten Betroffene, Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte die Prähabilitation als eine der wichtigsten Forschungsprioritäten. Die klinische Studie wurde in einer 12-monatigen Konzeptionsphase gemeinsam mit Patientenvertretungen sowie Prähabilitations-Expertinnen und -Experten entwickelt. Sie untersucht den Effekt eines multimodalen Prähabilitationsprogramms auf die postoperative Erholung nach Operationen bei Hochrisiko-Darmkrebs-Patientinnen und -Patienten (ältere, gebrechliche oder mangelernährte Betroffene). Die Interventionsgruppe erhält ein strukturiertes Programm mit 1) per Video betreutem Kraft- und Ausdauertrainings 3× pro Woche; 2) individueller Ernährungsberatung und Therapie von Blutarmut; 3) psychologischer Unterstützung mit Basisprogramm für alle und individueller Therapie bei Bedarf sowie 4) Unterstützung durch andere Betroffene über eine Selbsthilfeinitiative. Die Kontrollgruppe erhält die übliche präoperative Standardversorgung. Ziel der Studie ist es zu zeigen, dass Prähabilitation die postoperative Genesung verbessert und so die gesamte Behandlung und Versorgung von Darmkrebspatientinnen und -patienten nachhaltig optimiert.