| Förderkennzeichen: | 01KG2511 |
| Fördersumme: | 3.592.764 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2030 |
| Projektleitung: | Dr. Karen Voigt |
| Adresse: |
Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät, Professur für Allgemeinmedizin Fetscherstr. 74 01307 Dresden |
Bei leichter Schilddrüsenunterfunktion (sog. latenter Hypothyreose) treten keine Beschwerden auf und die Schilddrüse arbeitet normal. Es ist in diesem Fall kein Nutzen der Levothyroxin-Einnahme für Patientinnen und Patienten belegt. Trotzdem wird vielen Menschen mit milder Schilddrüsenunterfunktion in Deutschland oft jahrelang Levothyroxin verschrieben. Eine langfristige Einnahme kann Nebenwirkungen haben: z. B. Verringerung der Knochendichte (Osteoporose) oder Levothyroxin-bedingte Überfunktion der Schilddrüse, und mögliche Folgeschäden für Herz und Kreislauf. In DELTA-RCT soll mittels randomisierter, kontrollierter klinischer Nicht-Unterlegenheitsstudie geprüft werden, ob und wie Levothyroxin in hausärztlicher Absprache abgesetzt werden kann. In 40 Hausarztpraxen (Rekrutierung über Forschungspraxennetz SaxoN) werden insgesamt 396 Patientinnen und Patienten mit milder Unterfunktion und aktueller Levothyroxin-Medikation (25 oder 50 µg) in die Studie eingeschlossen. Es erfolgt eine Zufallszuteilung in drei Gruppen: 1) schrittweise Levothyroxin-Reduktion; 2) sofortige komplette Levothyroxin-Reduktion und 3) Levothyroxingabe unverändert. Patientinnen und Patienten und ihre Hausärztinnen und Hausärzte sind jeweils verblindet. Es erfolgen je Quartal vier Studienvisiten à 45 Minuten zur Übergabe der Studienmedikation, Kontrolle der Schilddrüsenparameter im Blut, Erhebung schilddrüsenassoziierter Symptome, Lebensqualität, Medikationsadhärenz. Ein Erfolg des Absetzens liegt vor, wenn die Schilddrüsenparameter TSH und fT4 sechs Monate nach Interventionsstart im (altersspezifischen) Referenzbereich liegen. Bei Abweichungen der Laborwerte von definierten Referenzbereichen oder bei Abbruchwillen des Patienten / der Patientin kann die Studie vorzeitig beendet werden. Alle Blutproben werden vom Zentrallabor des Universitätsklinikums Dresden analysiert, um die Vergleichbarkeit der Laborergebnisse zu gewährleisten.