22.04.2026

| Aktuelle Meldung

Am Start: Studiennetzwerk zur Intensivmedizin

Jedes Jahr benötigen rund zwei Millionen Menschen in Deutschland eine intensivmedizinische Versorgung. Ihnen mit innovativen Therapieangeboten besser helfen zu können, ist Ziel eines im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) gestarteten Studiennetzwerks.

 Krankenpflegerin und Krankenpfleger in OP-Kleidung betreuen Patientin auf der Intensivstation

Im Fokus des NUM Studiennetzwerks zur Intensivmedizin: innovative Therapien auf wissenschaftlich gesicherter Grundlage.

Peakstock / Adobe 

Standortübergreifend und koordiniert: Ein neues bundesweites Studiennetzwerk soll die klinische Forschung zur Versorgung kritisch kranker Patientinnen und Patienten erleichtern und beschleunigen. Die vom Studiennetzwerk Intensivmedizin, einem von bislang drei Fachnetzwerken des NUM Studiennetzwerks, auf den Weg gebrachten Studien und deren Erkenntnisse sollen die medizinische Versorgung der Betroffenen durch innovative Therapieangebote auf wissenschaftlich gesicherter Grundlage verbessern. Die Koordination des Studiennetzwerks Intensivmedizin ist an den Universitätskliniken in Aachen und Würzburg angesiedelt.

Mit dem NUM Studiennetzwerk (NUM SN) entsteht eine Forschungsinfrastruktur, an der sich alle 37 Universitätsklinken in Deutschland beteiligen; es bündelt Forschungsprozesse, entwickelt klinische Studien gemeinsam und setzt sie koordiniert um. Damit sollen mehr Studien in kürzerer Zeit initiiert, mehr Patientinnen und Patienten in einer verlässlichen Zeit für Studien rekrutiert und klinisch Forschende spürbar von administrativen und operativen Aufgaben entlastet werden.

Wissenschaftliche Evidenz schaffen

Im besonderen Fokus dabei: neue und wissenschaftlich belastbare Erkenntnisse zu grundlegenden Therapieentscheidungen in der Intensivmedizin, die bisher häufig auf Erfahrungswerten beruhen. Auch will das Fachnetzwerk Intensivmedizin gezielt Versorgungslücken identifizieren, die dann zum Gegenstand systematischer klinischer Studien werden sollen.

Die im Fachnetzwerk Intensivmedizin durchgeführten Studien werden Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen einschließen – von Neugeborenen bis ins hohe Alter – und damit die gesamte Breite der intensivmedizinischen Versorgung abbilden. Eine solche Versorgung benötigen jedes Jahr rund zwei Millionen Menschen in Deutschland; viele dieser Patientinnen und Patienten sind von einem Versagen lebenswichtiger Organe bedroht, wie zum Beispiel Gehirn, Herz, Lunge, Leber oder Niere.

Studiennetzwerke im Rahmen des NUM

Das Fachnetzwerk Intensivmedizin ist Teil des NUM Studiennetzwerks, das seit 2024 innerhalb des Netzwerks Universitätsmedizin aufgebaut wird. In dessen Rahmen führen alle Standorte der deutschen Universitätsmedizin große, interdisziplinäre klinische Forschungsprojekte durch. Im Mai 2025 nahm bereits das Fachnetzwerk Infektionen seine Arbeit auf, im Februar 2026 startete neben dem Fachnetzwerk Intensivmedizin zudem das Fachnetzwerk Schlaganfall. Diese Fachnetzwerke erheben standardisiert klinische Forschungsdaten und sammeln Bioproben, um einen standortübergreifenden Datenpool im jeweiligen Fachbereich aufzubauen.

Klinische Studien: eine Brücke zwischen Forschung und Versorgungsalltag

Was wirkt wirklich? Und wie sicher ist die Anwendung? Erkenntnisse aus der Gesundheitsforschung beantworten diese entscheidenden Fragen. Doch bevor neue Therapie- und Diagnosemöglichkeiten tatsächlich auch bei Patientinnen und Patienten routinemäßig eingesetzt werden dürfen, muss ihre Wirksamkeit und Sicherheit wissenschaftlich nachgewiesen werden. Klinische Studien bauen diese wichtige Brücke zwischen der biomedizinischen Grundlagenforschung und dem Versorgungsalltag: Sie sind die letzten Hürden, die neue Erkenntnisse nach aufwändigen und langwierigen Tests im Labor nehmen müssen, damit sie Eingang in medizinische Leitlinien finden und in Krankenhäusern und Arztpraxen angewendet werden können. Klinische Studien unterliegen strengen wissenschaftlichen, rechtlichen und ethischen Standards – und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten muss immer gewährleistet sein.